
Unfreiwillig komisch
William Wahl
Wie schön wir waren
| Label | Odeon |
|---|---|
| Vertrieb | EMI |
| VÖ-Datum | 17.2.2012 |
Mit seinem Wintersong Lass Es Schneien gab William Wahl Ende 2011 die Richtung, in die für ihn gehen könnte, selbst vor: Da untermalte die mit Streichern tonnenschwer beladene Ballade die Weihnachtskampagne in der ARD und dudelte vom ersten Adventswochenende bis zur Bescherung neben Rote Rosen oder Sturm Der Liebe vor sich hin. Könnte er sich die entsprechende Zielgruppe sichern, wäre das schon was. Das Problem: Die hat längst Originelleres von Hartmut Engler und Herbert Grönemeyer oder den Soundtrack zu Peter Maffays Musical Tabaluga und Lilli im Regal stehen.
Musikalisch als auch textlich hat sich William Wahl, Gründer, Sänger und Songschreiber der A-Capella-Kombo Basta (Gimme Hope Joachim) auf seinem Solodebüt Wie Schön Wir Waren verzettelt. Die Melodien sind hoffnungslos verkitschte Pop-Standards zwischen spärlichem Gezupfe an der Gitarre, Klaviergeklimper und opulente Streicherkaskaden, die Texte berühren – und zwar peinlich. "Hab probiert dich anzurufen, auf dem Handy zu versuchen, nur die Mailbox geht noch ran (…) Als ich es im Netz probierte, dein Account mich dort blockierte, wusst‘ ich, dass ich dich mal kann", heißt es beispielsweise in "Dann bis dann" unfreiwillig komisch.
"Ich glaube, der schreibt seine Texte in zehn Minuten", lästerte ein Mithörer. Möglich wär’s! Dann muss William Wahl für irgendwas auf seinem Solodebüt aber vergleichsweise endlos gebraucht haben: Laut Promozettel wurde Wie Schön Wir Waren innerhalb von mehr als zwei Jahren im Studio von Erdmöbel-Produzent Ekimas aufgenommen. Zeit, in der ein Album reifen kann – oder ansetzen ...
Tracklist:
- Lass es schneien
- Wie schön wir waren
- Tu es sanft
- Gewinner
- Der Winter
- Der Sommer
- Micha
- Dann bis dann
- Solange Licht ist
- Ich fahr dich
- Geburtstag
- Ich entschuldige mich
- Timbuktu
Highlights:
Gewinner



