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Ternion

We Have Band

Ternion

LabelNaive
VertriebIndigo
VÖ-Datum27.1.2012

Klar, für welchen aufwachsenden Musik-Fan ist es nicht schon einmal der Traum gewesen, in einer Band zu sein? In einer eingeschworen Gemeinschaft Musik zu machen, auf der Bühne zu stehen und vielleicht Ruhm oder wenigstens eine gewisse Bewunderung zu genießen? Ein Traum, den jedenfalls nicht allzu viele in die Tat umzusetzen wissen. Längst dem Teenie-Alter entwachsen, haben sich Darren Bancroft, Dede Wegg-Prosser und ihr Mann Thomas dann doch noch entschieden, diesen Traum zu leben - selbst ohne vorher die genaue musikalische Zielrichtung zu kennen. Vermutlich motiviert und angespornt von ihrem Arbeitsumfeld, einer Plattenfirma, bei der sie wahrscheinlich beobachtet hatten, wie viele wenig talentierte Menschen auch diesen Traum leben konnten. Und schon war We Have Band geboren.

Trotz geringer Erfahrung haben die drei Engländer dann, wenn man so möchte, ein charmantes, vielleicht naives Album auf die Beine gestellt, das sie vor knapp zwei Jahren mit dem ebenfalls simplen Titel WHB veröffentlichten. Nur stellte sich damit wohl mehr Erfolg ein, als es die Band selber für möglich gehalten hatte. Und welches der Mitglieder hätte vorher daran gedacht, sich schließlich auch auf dem Glastonbury-Festival wiederzufinden?

Was - mit Verlaub - mehr eine Spielerei war, entwickelte sich dann doch mehr zur erstzunehmenden Angelegenheit und zu einer gewissen Bürde, mit einem zweiten Album zu beweisen, dass hinter dem Gedanken mehr als nur Spielerei zu finden ist. Ternion heißt der jetzt erscheinende zweite Streich, bei dem sich das Familienunternehmen als Spezies der Indie-Elektroniker - oder Neu-Deutsch: Indietroniker - präsentiert.  

Hier den Vocoder-Sound von Røyksopp ausgeliehen, dort die Gitarren von New Order geborgt, steuert das Trio durch leicht düsteres Pop- und Indie-Terrain, bei dem Dedes Gesang ein wenig an Pia Lund von Phillip Boas Voodooclub oder die der Ladytron-Mädels erinnert, gleichzeitig aber auch einen interessanten Kontrast zu Darrens leicht souliger Stimme bietet. Was in der Kombination vielversprechend beginnt, bahnt sich dann in der Mitte des neuen Werkes doch den Weg Richtung Belanglosigkeit. Rechtzeitig schafft es das Trio zwar noch die Kehrtwende einzuleiten, den musikalischen Riesen-Sprung erreichen sie mit Ternion aber nicht mehr. So schlimm ist das nun auch wieder nicht, denn We Have Band können getrost sagen: Wir können auch Musik.

Tracklist:
  1. Shift
  2. After All
  3. Where Are Your People?
  4. Visionary
  5. What's Mine, What's Yours
  6. Steel In The Groove
  7. Tired Of Running
  8. Watertight
  9. Rivers Of Blood
  10. Pressure On
Highlights:

Tired Of Running, After All

Unsere Bewertung:
6 von 10
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