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Divide & Conquer

Vandaveer

Divide & Conquer

LabelAlter K
VertriebRough Trade
VÖ-Datum5.3.2010

Wie schwer die Namensuche einer Band sein kann, beweisen extreme Proberaumstreitgespräche unter Nichtbeachtung basisdemokratischer Abstimmungen. Dabei liegen die passenden Entwürfe auf der Straße, auf den Flohmarkttischen dieser Welt oder im Nachlass der Vorfahren. So verhalf die Gravur Vandaveer in einer alten Taschenuhr aus dem Familienbesitz Mark Charles Heidinger zu dem Bandnamen. So einfach kann es sein und so gut kann Familie unterstützen, zumal ihm seine Schwester des Öfteren gesanglich zur Seite steht.

Und da alles so wunderbar harmonisch ist und Familie trotzdem auch immer temporäre Streitigkeiten bedeutet, darf auf Vandaveer mal lieblich mal tragisch im Folk und Country mit unregelmäßigen düsteren Untertönen wirken. Was sich auf dem Vorgänger Grace & Speed noch etwas dreckiger anhörte, darf nun auf Divide & Conquer einen saubereren Sound-Mantel tragen. Doch gerade diese cleanen Abschnitte machen es immer wieder austauschbar. Dann scheinen sämtliche rohen Zeiten vergessen, jeder Streit an Weihnachten der letzten Jahrzehnte nur gemeine Legendenbildung. Doch wenn die dunkle Seite der Kinder-Revoluzzer-Macht ans Tageslicht kommt und der Singer/Songwriter sich Moll-Verbündete sucht, brilliert Heidinger, so wie der verführende Walzer The Sound & The Fury oder der Opener Fistfull Of Swoon. Dann klingt das zweite Album des Mannes aus Kentucky ansteckend und lässt den Atem anhalten. Und dann wirken selbst so schnöde Einfälle wie ein schlichter Einsatz einer E-Gitarre wie ein genialer musikalischer Schachzug, der die vorgespielte Wärme ad absurdum führt. Doch diese Momente beherrschen leider nur zeitweise das Geschehen.

Auch wenn Heidinger mit feiner Hand das Instrumentarium weitreichend einsetzt und ab und an kleine perfekte Akzente setzt (das Cello in Divide & Conquer), versteckt sich das Album zu oft. Doch diese Momente lassen wissen, welches Potential in diesem Mann steckt und lässt hoffen, dass er diese auf einem kommenden Album verstärkter einzusetzen weiß.

Tracklist:
  1. Fistfull Of Swoon
  2. Woolgathering
  3. A Mighty Leviathan Of Old
  4. Turpentine
  5. Divide & Conquer
  6. Resurrection Mary
  7. Before The Great War
  8. Long Lost Cause
  9. The Sound & The Fury
  10. Beverly Cleary's 115th Dream
Unsere Bewertung:
6 von 10
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