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Nicht schuldig!
Tokyo Police Club
Champ
| Label | Pias UK/Memphis Industries |
|---|---|
| Vertrieb | Rough Trade |
| VÖ-Datum | 9.7.2010 |
Der kanadische Tokyo Police Club lässt sich auf seinem zweiten Longplayer nichts zu schulden kommen. Sie fahren in bekannten Indie-Gewässern, verlassen sich auf Altbewährtes, gehen keine Risiken ein. Hört sich langweilig an. Ist es auch.
Schon beim Debüt Elephant Shell von 2008 wurde von dieser Redaktion die Spontanität vermisst, die die Eps der Kanadier ausmachte. Wenn es auf Champ, Album Nummer Zwei, mal so etwas gegeben haben sollte, wurde diese aus dem letztendlichen Mix gelöscht. Eine Vermisstenanzeige wäre wirklich angebracht. Die Platte plätschert nämlich erstaunlich belanglos vor sich hin, mal langsam, mal im Midtempo. Als ob sie es verhindern wollten, so etwas wie Drive auf den Silberling zu packen. So ist die Warnung von Sänger Dave Monks am Ende des Openers Favourite Food wirklich überflüssig: „Have your seatbelts strapped and your helmets on.“ Wofür denn?
An der musikalischen Kundschaft im Tokyo Police Club hat sich nicht viel geändert. Sie bleiben weniger abgeklärt als die Strokes. Weniger einfühlsam und intensiv im Songwriting als Death Cab For Cutie. Unwichtiger als ihre Landsmänner The Weakterthans sowieso. Und so viele Hits wie die Shout Out Louds haben sie auch nicht zu bieten. Die Songs auf Champ stören nicht weiter, bleiben aber austauschbar und kollidieren irgendwann mit der Skip-Taste.
Der Tokyo Police Club hat sich auf Champ nichts zu schulden kommen lassen. Keine Hits, keine treffenden Melodien, keine Texte, die sich ins Hirn bohren möchten. Wenn das nächste Album allerdings ebenso uninspiriert wird, sollte man sich überlegen, ob man nicht doch Anklage erhebt. Die Zeit, die so ein Album beim Durchlaufen benötigt, ist schließlich kostbar.
Tracklist:
- Favourite Food
- Favourite Colour
- Breakneck Speed
- Wait Up (Boots Of Danger)
- Bambi
- End Of A Spark
- Hands Reversed
- Gone
- Big Difference
- Not Sick
- Frankenstein
Highlights:
Gone, Bambi

