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Flower Of Evil

Susanna

Flower Of Evil

LabelRune Grammofon
VertriebCargo Records
VÖ-Datum30.1.2009

In der Ruhe liegt eine Menge Kraft. Das scheint eines der Dinge zu sein, die sich die norwegische Sängerin Susanna Wallumrød auf ihre Fahne geschrieben hat. Nach ihrem Solo-Album-Debüt Sonata Mix Dwarf veröffentlicht sie sich nun auf Flower Of Evil zwölf Cover-Songs und zwei eigene Kompositionen.

Der Blick auf die Liste der gecoverten Werke löst Erstaunen wie Interesse gleichermaßen aus. Thin Lizzy, Lou Reed, Nico, Black Sabbath, Prince und Abba sind einige der namhaften Interpreten, die nicht gerade für ihre leisen Töne berühmt sind und deren Liedern Susanna auf den musikalischen Grund geht. Mit ihrer Stimme und dem Klavier, sparsam eingesetzter Gitarre und eher spärlich traktiertem Schlagwerk nähert sie sich der Essenz der Kompositionen auf ihre ganz eigene Weise. Auch wenn ihre Spiel- und Interpretations-Art etwas sehr Behutsames besitzt, macht sie die Lieder der anderen zu ihren eigenen und drückt ihnen einen unverkennbaren Susanna-Stempel auf. Zwar dekonstruiert sie die Vorlagen nicht vollständig, aber auf der Suche nach deren Essenz und der Konzentration auf Harmonik, nimmt sie auch die Fahrt aus den schnelleren Stücken und lässt sie erst bei genauerem Hinhören erkennbar werden. Das funktioniert teilweise beeindruckend gut. Abbas Lay All Your Love On Me ist dafür ein Beispiel. Und selbst Thin Lizzys Rocknummer Jailbreak verträgt die norwegische Behandlung. Auch das von Russ Ballard geschriebene und von Agnetha Fältskog interpretierte Can‘t Shake Loose gewinnt durch die sanfte Intensität von Susanna. Dass das aber nicht in jedem Fall funktioniert, zeigt das ursprünglich von Badfinger geschriebene und von Harry Nilsson zu Berühmtheit gebrachte Without You: Das eh schon mit Schmalz versehene Liebesgesäusel fällt auseinander und hangelt sich - nicht zuletzt durch das schleppende Schalgzeug - dem ehr bitteren als süßen Ende entgegen.

Und so bleibt von der Blume des Bösen ein leicht zwiegespaltener Eindruck zurück. Einerseits berührt die Stimme Susannas und sie wartet mit einigen überzeugenden, überraschenden Interpretationen auf. Andererseits wird durch den Gleichklang der Stücke, der zwar die - ursprünglich - verschiedenen Stilrichtungen zum atmosphärischen Ganzen werden lässt, diesen aber auch ein Teil ihrer Identität geraubt, weil das Pathetische eben nicht für jeden Song das Heilbringende birgt.

Tracklist:
  1. Jailbreak
  2. Can't Shake Loose
  3. Who Knows Where The Time Goes
  4. Vicious
  5. Without You
  6. Dance On
  7. Joy And Jubilee
  8. Janitor Of Lunacy
  9. Changes
  10. Wild Is The Will
  11. Don't Come Around Here No More
  12. Goodbye
  13. Forever
  14. Lay All Your Love On Me
Highlights:

Jailbreak, Can't Shake Loose, Lay All Your Love On Me

Unsere Bewertung:
6 von 10