
Aus den Hölzern.
Spoon
Transference
| Label | Anti |
|---|---|
| Vertrieb | Indigo |
| VÖ-Datum | 22.1.2010 |
Anbiedern fällt aus, für den aufreizend spröden Gitarrenpop von Spoon. Auch das mittlerweile siebte Album verzichtet auf glatte Oberflächen und säuselnde Schönklangspiele. Darunter leidet ein Faktor wie Eingängigkeit jedoch keineswegs. Vielmehr blühen die Melodien und Hooklines erst so richtig auf inmitten rustikaler Sperrigkeit von hart angeschlagenen Akkorden und bollrig scheppernder Schlagzeugbegleitung. Sparsamer Gebrauch von Arrangementerweiterungen – Streichinstrumente etwa –, welche über die Präsentation im Rahmen einer Bandbühnensituation hinausweisen, ist zudem ein bemerkenswerter Charakterzug von Transference. Live reproduzierbar müsste das gesamte Album sein.
Nachdem es Spoon zuletzt durchaus opulenter nach Instrumentenstimmen, Klangfarben und Schattierungen dürstete, hat sich die Gruppe umorientiert. Weniger ist mehr, dies könnte eine Devise während der Songwritingphase und des Produktionsprozesses gewesen sein. Und mehrheitlich funktioniert diese Reduzierung tatsächlich. Zurück zu den Wurzeln heisst ein solcher Schritt allzu gern. Und Spoon rücken auch wirklich nahe an elektrisierte Blueselemente und klassischen Rocksound, also in die Spätsechziger- und Frühsiebziger-Ära. Für eine solche Entscheidung ist es nie zu spät. Selbst den Beatles hat der Weg von orchestraler Opulenz zum rohen Bandklang nicht geschadet – das White Album dürfte dafür den Beweis weiterhin erbringen.
Transference fördert das Songwritingtalent des Spoon-Ensembles klar zutage. Es gibt keine Schwachstellen. Diese hätten auch keine Möglichkeit sich zu verstecken. Nichts könnte sie verbergen. Die Eindeutigkeit gewinnt. Beinahe wäre sogar Gradlinigkeit zu attestieren. Doch derart leichtfertig geben Britt Daniel und Begleiter ihre Raffinesse und unterschwellige Non-Konformität nicht auf. Wendungen sind notwendig, wie der widerspenstige Sound, um auf Eigenwilligkeitskurs zu bleiben. Spoon möchte die eigene, herrlich biegsame Sperrigkeit eben doch nicht beschönigen, sondern die Brillanz aus groben Hölzern schälen.
Tracklist:
- Before Destruction
- Is Love Forever
- Mystery Zone
- Who Makes Your Money
- Written In Reverse
- I Saw The Light
- Trouble
- Good Night Laura
- Out Go The Lights
- Got Nuffin
- Nobody Gets My But You
Highlights:
Out Go The Lights, Before Destruction, Who Makes Your Money, Nobody Gets My But You



