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Red Hot And Cool: Pop-Explosion

Amsterdam Throwdown, King Street Showdown

Solex Vs. Cristina Martinez + Jon Spencer

Amsterdam Throwdown, King Street Showdown

LabelBronze Rat Records
VertriebSoulfood
VÖ-Datum26.2.2010

Das hat lange auf sich warten lassen. Bereits Whiteout, das Boss Hog-Album aus dem Jahr 2000, glich einer heftigen Umarmung des zum Dancefloor schielenden Pop durch das Lärm-Rock-Ehepaar Martinez-Spencer. Erst zehn Jahre später nun veröffentlicht das Paar ein passendes Nachfolgewerk. Die Kollaboration mit Solex ermöglicht die schillernden Fusionen von krächzenden Blues-Riffs, Funk-Beats, jazzy Gedudel, rezitativem Sprechgesang, Synthesizer-Gefiepe, -Geblubber und -Geschubber, Spencers kehligem Jauchzgesang, Martinez lasziver Stimme, Rockpartikeln, Breakbeat-Offerten und geschmeidiger Clubkompatibilität.

Ist zwar ein blöder Satz, doch er muss in diesem Zusammenhang auftauchen. Das Warten hat sich nämlich wirklich gelohnt. Whiteout hat ja dem krachigen Gitarrenrock eine feine Entwicklungsmöglichkeit offenbart. Amsterdam Throwdown King Street Showdown ist zwar weniger zukunftsweisend - außer, wenn es als Blues-Neuinterpretaion gedeutet wird -, dafür aber ein vielstimmiges Arrangement einer vorbehaltlosen Kooperation. Diese beschwingt groovende Leichtigkeit der Stücke ist verblüffend. Und zudem ist nur bei wenigen Tracks nachvollziehbar, wer den Grundstein für das Endresultat gelegt haben mag. Am besten vorstellbar ist tatsächlich eine synergetische Zusammenarbeit der drei Musizierenden. Das zweifache Versus im Titel darf vollkommen missachtet werden.

Nur wenig, außer den reduzierten und stets packenden Beats, hat Throwdown King Street Showdown mit der Blues Explosion gemeinsam. Zwar greift Jon Spencer hier und da mal in die Saiten. Doch sorgsam behandelte Sample-Technologie, Orchestrierungsvielfalt aus um-arrangierten Bits und Pieces anderen Ursprungs sowie der der Instrumentenpark von Solex liefern weitaus mehr Akzente. Das Album ist im Grunde ein spätgeborener Bastard der Crossover-Neunziger – atmet den experimentierfreudigen und Grenzen auflösenden Geist von Beck, Jimi Tenor, den Beastie Boys, Jazzmatazz, Tortoise, The Prodigy, Massive Attack und Coldcut. Aber derart cool und dennoch heiß mit Rock- und Blues-Bestandteilen umzugehen, dafür musste Mister Spencer seine Finger mit im Spiel haben.

Tracklist:
  1. Bon Bon
  2. Fire
  3. Galaxy Man
  4. R Is For Ring-A-Ding
  5. The Uppercut
  6. Dog Hit
  7. Don´t Hold Back
  8. Too Much, Too Fast
  9. Aapie
  10. Dirty
  11. Racer X
  12. Action
  13. Eat Here
  14. Stop Now
  15. Er Ez Ex
Highlights:

Eat Here , Galaxy Man, Action

Unsere Bewertung:
7 von 10