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World Painted Blood

Slayer

World Painted Blood

LabelColumbia
VertriebSony Music
VÖ-Datum30.10.2009

Eine Szene in einer Kölner Kneipe... "Wie hieß der Bassist von The Who?" fragt der Wirt und erntet betretenes Schweigen. "John Entwistle!". Die Frage selbst war nicht wichtig und diente nur zur Herstellung einer Kneipenkommunikation; nur die Erkenntnis stieg, dass die Bassisten meistens im Hintergrund sind - nahezu namenlos. Bei Metallica und Slayer war das immer anders. Metallicas Cliff Burton war von Anfang an Legende, schon bevor er bei einem Unfall auf einer Tour der Band ums Leben kam. Das Talent seines ewigen und grandiosen Nachfolgers Jason Newsted wurde ausgebremst und Rob Trujillo ist der Ist-Zustand - Show ja, gebremste Freude auch. Slayer machten es sich einfacher. Da hält Tom Araya die Posten des Bassisten und Sängers inne.

Vergleiche müssen sein; vor allem dann, wenn Slayer sich mit ihrem aktuellen Album World Painted Blood eventuell vom Showbiz verabschieden wollen. Beide Bands debütierten 1983, wie so viele wichtige Bands der damals aufkeimenden Thrash-Metal-Szene, die auch auf den berühmt berüchtigten Metal Massacre-Samplern ihre Beiträge zum Besten gaben. Doch Slayer waren auch brillant, als Tom Araya auf South Of Heaven urplötzlich anfing zu singen - ein bis dahin unvorstellbares Ereignis. Und dann noch Seasons In The Abyss... Welch Unglaublichkeit, als Dead Skin Mask mit einer Frauenstimme durchmischt wurde. Das Ergebnis: genial!

Alle Fans freuten sich, als Dave Lombardos Rückkehr verkündet wurde, alle ehrlichen Fans von Metallica wünschen sich Lars Ullrich nur als Studio-Drummer, der seine Takte gern einzeln einspielen darf, denn Timing-Fehler und plötzliche Half-Time-Infarkte machen nahezu sämtliche Live-Auftritte zunichte. Und was soll die Welt schon mit einem überdimensional überbewerteten Album Death Magnetic anfangen? Dann lieber Load und Reload! Bluesig, aber nicht aufgesetzt retro.

Authentizität ist das Wort und diese haben Metallica längst verloren. Slayer hatte sie immer - und das trotz aller Lächerlichkeiten im Rückblick auf blutbunte Photosessions in den Anfangsjahren. Heute wirkt Tom Araya mit seinem grau-meliertem Haar nahezu weise, doch Einbußen in Hinblick auf Power, Geschwindigkeit und Drive sind in keinster Weise spürbar. World Painted Blood sind Slayer in Reinkultur - pur und in bestechender Form. Prügelattacken höchster Thrash-Kultur, ein Araya zwischen Schreihals und Sänger und das Gitarrenduo Hanneman/King exakt wie eh und je. Das passt! Die 80er grollen in gewohnt rapidem Tempo und erhofft böse alles in Grund und Boden und tendenzielle Psycho-Midtempo-Nummern wie Beauty Through Order, Human Strain, Americon und Playing With Dolls reduzieren die Härte nicht, sondern verlagern diese nur in andere Gefilde.

Von Selbstparodie ist bei Slayer anno 2009 nichts zu spüren. Wie sollte diese auch aufkeimen, wenn neue Speed-Koryphäen wie Hate Worldwide, Unit 731 und Public Display Of Dismemberment den perfekten Angriff starten und zudem noch der Titeltrack mit der abgestimmten Mischung aus Speed und Groove aufwarten kann? Der Beweis ist wieder einmal vollbracht: Slayer sind die abgeklärten Meister und das stellen sie erneut eindrucksvoll unter Beweis.

Tracklist:
  1. World Painted Blood
  2. Unit 731
  3. Snuff
  4. Beauty Through Order
  5. Hate Worldwide
  6. Public Display Of Dismemberment
  7. Human Strain
  8. Americon
  9. Psychopathy Red
  10. Playing With Dolls
  11. Not Of This God
Unsere Bewertung:
8 von 10