
Tradition
Robert Plant
Band Of Joy
| Label | Decca |
|---|---|
| Vertrieb | Universal |
| VÖ-Datum | 10.9.2010 |
Es war 1993. Lenny Kravitz ging mit seinem Album Are You Gonna Go My Way auf Tour und Mädchenträume wurden war. Sie wollten ihren Beau sehen. Doch dann kam der Support auf die Bühne und ebenso die alles zum Einstürzen bringende Frage eines weiblichen Zuschauers: "Wer ist eigentlich dieser alte Mann da auf der Bühne? Hört der gleich auf?" Der alte Mann war Robert Plant, Ex-Frontmann von Led Zeppelin, DIE Inspirationsquelle des Hauptacts. Ja, Tiefschläge können ohne Absicht auch verbal gesetzt werden, Zorn und Scham können so dicht beieinander liegen und Robert Plant war damals gerade 45 Jahre jung.
Nun ist er 61 und holt seine Jugend zurück. Wie einfach das geht, beweist Plant, indem er sein Album Band Of Joy nennt, und damit genau den Namen, den seine erste Band hatte, bevor daraus Led Zeppelin entstand. Damals ging es mit großer Wahrscheinlichkeit um die Suche nach dem eigenen Sound und einem hohen Aufkommen von Coverversionen. Nun hat er sich noch einmal auf die Suche begeben, seinen Plattenschrank neu durchforstet und Songs herausgefiltert, die er für würdig hielt, neu eingespielt bzw. arrangiert zu werden. Die einzige Ausnahme des Albums ist Central Two-O-Nine, das er zusammen mit Co-Produzent, Gitarrist und Backgroundsänger Buddy Miller geschrieben hat.
Wie im Falle Tom Jones, der sich zuletzt brilliant an alten Gospel-Songs austobte, werden auch die Obersten von Plants Plattenfirma alles andere als begeistert von diesem Vorhaben gewesen sein. Schließlich musste sich Plant ausgerechnet Folk-, Country-, Blues-, Gospel- und Soulsongs herauspicken, um seine Band Of Joy aufleben zu lassen. Das Ergebnis ist jedoch ein würdiges Album. Plant macht nicht auf Jungspund, nicht auf Frischzellenkur, sondern erweist sich als sensibler Neuvertoner, der mit seiner Stimme umzugehen weiß. Es gibt keine hörbare Attitüden, kein stimmliches Aufdrängen, sondern ein behutsames Arrangieren von Klassikern von unter anderem Low, Kelly Brothers, Los Lobos, Barbara Lynn und alten Volksliedern. Mit Buddy Miller im Hintergrund ist das allerdings wenig verwunderlich, schließlich ist er selber eine lebende Legende der Folk- und Countryszene, der Plant in die Schranken geweisen hätte.
Robert Plant ist ein Vollblutmusiker. Das bewies nicht nur seine Karriere bei und mit Led Zeppelin, sondern auch die stellenweise brillianten Solo-Alben. Und nun auch das etwas andere Coveralbum Band Of Joy. Ein Genuss für jeden, der die Stimme von Robert Plant liebt und zugleich Sympathie für bluesige Countrytöne hat.
Tracklist:
- Angel Dance
- House Of Cards
- Central Two-O-Nine
- Silver Rider
- You Can't Buy My Love
- Falling In Love Again
- The Only Sound That Matters
- Monkey
- Cindy, I'll Marry You Someday
- Harm's Swift Way
- Satan Your Kingdom Must Come Down
- Even This Shall Pass Away


