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Flamingo
Mit 70 hat man noch Träume
Ringo Starr
Y Not
| Label | Roccabella |
|---|---|
| Vertrieb | Universal Music |
| VÖ-Datum | 26.2.2010 |
Dieser Mann wird einfach nicht ruhiger! 70 Lenze hat der vermeintlich Coolste der Beatles auf dem Buckel und spielte nicht nur fünfzehn Solo-Alben ein, sondern er setzte sich zum sechzehnten nach einer regen Unterhaltung mit seinem Spiegel ("Nun, ich sah in den Spiegel. Und an dem Tag sah ich besonders groovy aus.") zum ersten Mal selbst hinter die Regler und produzierte Y Not. Das Schreiben selbst hat Ringo dann wiederum nicht ganz allein gemeistert, dennoch hatte er mit Glen Ballard, Van Dyke Parks, Joe Walsh und Dave Stewart erneut exzellente Co-Autoren dabei.
Doch was die Welt am stärksten in den Freudentaumel versetzte war die Meldung, dass sein Ex-Beatle-Kumpane Sir Paul McCartney sich an zwei Songs beteiligt - einerseits als Basser in Peace Dream und als Gastsänger im Stück Walk With You. Diese Zusammenführung hat der Meldung, Ringo Starr veröffentliche ein neues Album, einen gehörigen (Interessens-)Schub gegeben. Und so nostalgisch wunderbar dieses Familientreffen anmutet, so verhält es sich auch mit Ringo Starrs ganz persönlichem Auftrag: die eigene Geschichte und die seiner Generation spürbar am Leben zu erhalten, seiner Heimat eine Reminiszenz zu erweisen (The Other Side Of Liverpool).
Während Sir Paul und John Lennon die Geschichte ihrer Beatles immer in der abgeschlossenen Vergangenheit sahen, liebte es der einstige Drummer der Superband schon immer, in alten Zeiten zu schweifen. Und so schafft es der Opener auch auf Y Not directement in vergangene Zeiten zu reisen. Also, Y Not? Genau das schafft Fill In The Banks und zeigt den niemals weise werden Starr wie einen rockenden Midtwen und trifft exakt die Erwartungen. Und der positive Schauer in Walk With You erklärt sich ohne Frage durch die Anwesenheit Sir Paul McCartneys, der das Duett gesanglich unterstützt. Und dann, ganz plötzlich, taucht Ringo Starr in einen Reggae angehauchten coolen Groove und singt "Today is the best day of our lives" (Time).
Doch anstatt weiterhin zusätzliche Kleinoden zu schaffen, bietet Y Not zwar gut gemachte und in der Grundstimmung nahzu durchweg positive Songs, die allerdings weniger mitreißend sind und sich an der Hausmannskost laben. Das ist zwar immer noch besser als die meisten Kombos dieses zelebrieren, doch der Name Starr ist zu Luxusservice verdammt. Auch mit 70 Jahren. Dennoch ist es bemerkenswert, wie dynamisch diese Legende zwischenzeitlich noch klingen kann.
Tracklist:
- Fill In The Blanks
- Peace Dream
- The Other Side Of Liverpool
- Walk With You
- Time
- Everyone Wins
- Mystery Of The Night
- Can't Do It Wrong
- Y Not
- Who's Your Daddy

