
Vermarktbar
Revolving Door
Break The Line
| Label | Supermusic |
|---|---|
| Vertrieb | Alive |
| VÖ-Datum | 13.8.2010 |
Fangen wir mit dem Positiven an: Revolving Door sind eine Band, die immerhin nicht gecastet wurde. Zumindest steht das so in der Presseinfo, wir glauben das einfach mal. Ganz klassisch als Schülerband haben sie angefangen, und seitdem ist noch nicht viel Wasser den Fluss runter gelaufen. Zwischen 18 und 20 Jahren sind die fünf Mitglieder jung, drei Mädchen und zwei Jungs, was ganz offensichtlich als Alleinstellungsmerkmal ausreichen muss – denn die Musik von Liesa, Sabse, Tina, Rügi und Litz ist das nicht.
Break The Line heißt ihr Debüt, das einer von Markus Gumball gemixten EP folgt. Dieser zeichnete sich auch einmal für die Guano Apes verantwortlich. Und in diesen Sphären sind Revolving Door einzuordnen. Die Happy darf auch durch den Kopf schießen. Als Support waren die Thüringer schon mit Silbermond und Revolverheld unterwegs. Das macht klar: der mit harten Gitarren und zweistimmigen Gesang ausgestattete Rock ist und bleibt Pop. Macht ja auch nichts. Aber aufregend, interessant, zwingend oder gar neu geht auch anders. Spätestens die Produktion hat Break The Line jegliche Kanten genommen. Revolving Door sind bei jedem Song vorhersehbar und glattgebügelt. Spätestens bei der unvermeidlichen Ballade (Sleepless) für Teenager, die – und das ist dann doch überraschend – erst an achter Stelle kommt, hat man eigentlich genug gehört. Textlich ist das natürlich auch höchstens solide, wenn das Alter der Beteiligten gutmütig in die Rechnung mit aufgenommen wird.
Wenn die Plattenfirma es ordentlich anstellt, sollten wir trotzdem noch einiges von Revolving Door hören. Sie sind jung, vermarktbar und einigen Songs wie Goodbye, Funky Baby Cry (was für ein Titel), Belongs To You und vielleicht der eingängigste Song Hey You geht unbestreitbar das Radio- und Hitpotential ab, das der geneigte minderjährige Hörer von einer „richtigen Rockband“ erwartet, der Revolving Door neben den Musikordnern von bereits genannten Bands auf seiner Festplatte einsortieren möchte – vielleicht, wenn er mal wieder richtig aggro drauf ist. Für alle anderen sind die Fünf schlicht und ergreifend verzichtbar, egal und, auf gesamter Länge, eigentlich sogar ein Ärgernis. Aber da können Thüringer ja nichts zu.
Tracklist:
- Goodbye
- Perish
- Break The Line
- Funky Baby Cry
- Belongs To You
- Hey You
- Pretend To Be Somebody
- Sleepless
- Move On
- I Don´t Even Know You
- Die For You
Highlights:
Hey You, Goodbye



