
Fuck You mit Disziplin!
Pulled Apart By Horses
Tough Love
| Label | Transgressive |
|---|---|
| Vertrieb | Cooperative Music/Universal |
| VÖ-Datum | 3.2.2012 |
Manchmal fühlt sich ein Schlag in die Fresse richtig gut an. Dass der Schlag den Schlägern in diesem Fall deutlich mehr Disziplin als Impulsivität abverlangt hat, mag man kaum glauben. Und doch werden Tom Hudson und seine drei Mitgevierteilten nicht müde, genau das zu betonen.
Konsequenter ist es tatsächlich ausgefallen, das Zweitwerk der Schreihälse aus Leeds. Die Tanz-Indie-Schraube ist gelockert worden, die für den Drive und die Härte wurde dafür ordentlich angezogen... noch mehr. Tough Love ist ein fetter Batzen aus Energie und Aggression geworden, der die Referenzbands von Pulled Apart By Horses noch immer leicht erraten lässt: Blood Brothers stehen hier ganz oben auf der Liste, zusammen mit rockigen Hardcore-Kapellen wie die Landsmänner Ghost Of A Thousand oder die L.A.-HC-Punks von The Bronx. Alles in allem Vergleiche, die sich hören lassen können. Nur, das ist keine Neuigkeit. Was in ihm steckt, konnte das Quartett schließlich schon mit ihrem selbstbetitelten Debüt erfolgreich unter Beweis stellen. Ein musikalischer Kugelblitz jagte auch damals schon den anderen. Am musikalischen Konzept der Vier hat also keiner wirklich gerüttelt. Wenn Pulled Apart By Horses heute allerdings davon sprechen, dass Tough Love wesentlich fokussierter und darüber hinaus auch noch voller klingt, dann sind das keine leeren Behauptungen. In Sachen Songwriting sind die jungen Briten deutlich gereift. Die Ungestüm, die Geschwindigkeit, die unzähligen Breaks und kleinen melodiösen Spielereien: All das klingt organischer und formt ein professionelleres "Fuck you!" als je zuvor. Die fast schon im Screamo verwurzelten Schrei-Ausbrüche verschmelzen wie selbstverständlich mit straighten zackigen Verschnaufpausen, an denen die Blood Red Shoes ihre wahre Freude hätten. Hin und wieder blitzt ein Fetzen Nirvana hervor, der Rest ist bestimmt durch wuchtigen Punk und Ausflüge in die weite Welt des 70's-Rock.
Tough Love ist vielleicht kein bahnbrechendes Album. Es ist nicht revolutionär in Sound und Wucht. Und vermutlich war das auch nie beabsichtigt. Tough Love ist trotzdem alles, was es sein muss: ein ordentlicher Schlag in die Fresse, und zwar einer von den richtig guten.
Tracklist:
- V.E.N.O.M.
- Wolf Hand
- Shake Off The Curse
- Epic Myth
- Some Mothers
- Night Of The Living
- Wildfire, Smoke & Doom
- Bromance Ain't Dead
- Give Me A Reason
- Degeneration Game
- Everything Dipped In Gold
Highlights:
Some Mothers, Degeneration Game, Everything Dipped In Gold



