
Metamorphose
Plan B
The Defamation Of Strickland Banks
| Label | Atlantic Records |
|---|---|
| Vertrieb | Warner Music |
| VÖ-Datum | 30.7.2010 |
Vom Saulus zur Paula. Oder wer hätte gedacht, dass sich hinter dem Song She Said, der die Airplay-Charts beherrscht, tatsächlich der ehemalige Bad-Boy Benjamin Paul "Ben" Drew verbirgt. Mit gefühlvoll sanfter und femininer Stimme gelang ihm damit der absolute Durchbruch - und das als Ex-Gangsta-Rapper rein in die sehr angesagte Soul-Liga. Ausgerechnet ein Kurzfilm, den er über einen gewissen fiktiven Strickland Banks drehte und dessen Soundtrack er schrieb, beschert ihm nun ungeahnte Lorbeeren. The Defamation Of Strickland Banks - eine sensationelle Überraschung.
Es ist erstaunlich, wie immens Drew die Variationen des Souls absorbiert hat, authentisch retro kingt und die alten Arrangement-Züge mit der nötigen Prise modernen Sounds vermischt. Er erzählt die Geschichte eines Mannes, der unschuldig in den Knast wandert, da ihm eine Vergewaltigung unterstellt wird. Die Geschehenisse des Abends und die Zeit im Gefängnis sind Thema der 13 Songs, die alles andere als die alte Sprache des ehemaligen Verbalschlägers sprechen. Stattdessen verpackt er diese Story in wohl überlegte Worte und unterlegt diese mit sowohl Soul-Einflüssen der Hochzeit in den 60ern (Stax, Motown), einigen HipHop-Einlagen und Kravitz-Soulrock. Obszönitäten sind Fehlanzeige, stattdessen platziert er lieber sanfte Backgroundgesänge wie in Welcome To Hell und beweist ein beeindruckendes Händchen für schwebende Melodien und die greifende Instrumentierung. Nichts überlässt er dem Zufall, alles wird auf der Basis von Soul-Vorbildern umgesetzt. Es scheint, als habe Drew in den Jahren zwischen seinem provokantem Debüt und The Defamation Of Strickland Banks nichts anderes getan, als diese zu studieren und für diesen Soundtrack umzusetzen.
Das ist gelungen und wirft die Frage auf, was er mit diesem Talent noch alles auf die Beine stellen wird. Wer diese Wandlung vollzieht und klingt, als hätte er nie etwas anderes getan, als Soulnummern zu singen, wirft seinen eigenen Schatten weit voraus. Das macht es spannend. Denn das Album klingt nicht nach Kopie, sondern nach einer Umsetzung eines erarbeiteten Vorhabens.
Tracklist:
- Love Goes Down
- Writing's On The Wall
- Stay Too Long
- She Said
- Welcome To Hell
- Hard Times
- The Recluse
- Traded In My Cigarettes
- Prayin'
- Darkest Place
- Free
- I Know A Song
- What You Gonna Do



