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Paolo Nutini
Sunny Side Up
| Label | Warner |
|---|---|
| Vertrieb | Warner |
| VÖ-Datum | 5.6.2009 |
“Wo ich musikalisch stehe, fühle ich mich nicht als Teil eines bestimmten Genres oder Styles. Ich wechsel von Django Reinhardt zu Cab Calloway zu Canned Heat.” So spricht der 22-Jährige Paolo Nutini über seine Musik. Hat sich der junge Schotte erst 2006 mit These Streets einen Ruf in der Singer-/Songwriterszene erspielt und Millionen verkauft, muss man für sein aktuelles Album Sunny Side Up eine ganz andere Schublade aufmachen.
Der erste Titel 10/10 klingt alles andere als schottisch: Auf eine fröhliche Volksfest-Melodie eines Bläserensembles und charmant, karibischen Upbeat-Reggae immitiert Nutini voller Inbrunst einen Bob Marley in besten Zeiten. Das erklärt vielleicht, warum das Männchen auf dem Cover, das in seinem sunny-side-up-gebratenen Frühstücksei herumstochert, vor einer Wand sitzt, die in den Rastafari-Farben Gelb, Grün und Rot gestrichen ist. Sunny Side Up also eine Hommage an Marley? Das wäre Nutini wohl zu simpel. Der musikalische Verwandlungskünstler zieht es vor, noch andere Sparten der Popmusik zu durchwandern und zu interpretieren. So klingt er mal wie Janis Joplin, mal wie James Brown, mal wie John Lennon, mal wie Bob Dylan. Dabei klingt seine Stimme überzeugend und charismatisch, wie es von einem 22-Jährigen nicht zu erwarten ist. Begleitet wird er dabei stets von seiner Band The Vipers.
Die erste Single heisst Candy und entstand nach einem Streit mit seiner Freundin, bei dem er einsehen musste, dass die Schuld bei ihm lag. Nutini schafft es, über Liebe und Scheitern zu singen, ohne dabei klagend oder schwermütig zu klingen. Es liegt eine heitere Leichtigkeit in seiner Musik, die einen wie ein Kind mit zu vielen Luftballons in der Hand aufsteigen lässt. Würde sich das dünne Männchen mit dem Spiegelei auf dem Cover umdrehen und aus dem Fenster schauen, sähe er genau dieses Bild.
Faszinierend an Sunny Side Up ist einerseits seine Vielseitigkeit, andererseits seine Unverkennbarkeit. Paolo Nutini singt wie ein junger Gott und seine Stimme passt wohl nirgends besser hin, als in die leichten, souligen Songs seiner neuen Scheibe. Bekannt wurde er als ein typischer Singer-/Songwriter aus Schottland, doch er war offen genug, neue Wege zu gehen. Sunny Side Up wirkt trotz der naheliegenden Vergleiche zu anderen Musikern authentisch und passt zu keiner Jahreszeit besser als zum Sommer.
Tracklist:
- 10 /10
- Coming Up Easy
- Growing Up Beside You
- Candy
- Tricks Of The Trade
- Pencil Full Of Lead
- No Other Way
- High Hopes
- Chamber Music
- Simple Things
- Worried Man
- Keep Rolling
Highlights:
10/10, Candy, No Other Way

