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Omni

Minus The Bear

Omni

LabelDangerbird
VertriebCooperative Music/Universal
VÖ-Datum27.8.2010

Ach, das war doch eines dieser nahezu fassungslos zurücklassenden heimischen Musikhörereignisse. Die zweite Hälfte der Zweitausendnuller hatte bereits begonnen, da ließ sich im Netz, über neue Portale und Plattformen, wahnsinnig viel zuvor Unerhörtes entdecken.

Der Erstkontakt mit einem Song der Band Minus The Bear geschah auf diesem Wege, irgendwann an einem späten Herbstabend, ließ staunen und glücklich sein. Welch eine Entdeckung, in Seattle also realisierte eine hochqualifizierte und geradezu visionäre Gruppe die Verbindung von Frickel-Post-Rock und Popmusik: Absinthe Party At at the Fly Honey Warehouse, ein grandioses Stück, bis heute euphorisierend.

Doch auch so ziemlich jeder weitere Song, welchen die Band anschließend veröffentlichte, der Absinthe-Party-Track stammt immerhin vom Debütalbum der Seattler, war eine Offenbarung. Zweifel an der musikalischen Entwicklung der Gruppe Minus The Bear durften dann allerdings aufkommen, als Planet Of Ice erschien – im Spätsommer 2007.
Die vertrackt-verspielte Leichtigkeit war gewichen, der Humor aus Songtiteln gänzlich verschwunden, das Tempo der Lieder zudem deutlich gedrosselt worden. Dies geschah, mittlerweile ist dies bewiesen, im Streben nach Klarheit.

Mit Omni nun löst Minus The Bear das Versprechen von Planet Of Ice ein. Sämtliche Refrains sind zum Mitsingen bestens geeignet, darauf sind sie ausgelegt. Sie schmeicheln den Gehörgängen und heben die Stimmung. Dies erledigt auch die glänzende Produktion und die damit einhergehende Reduzierung der Vielspielmittel.
Die prächtige, von beneidenswertem Ideenreichtum angefeuerte Wechselhaftigkeit der alten Songs, welche noch auf die ungestüme Botch-Vergangenheit verweisen, hat für die Stringenz und Geradlinigkeit den Platz geräumt.

Minus The Bear
macht zwar weiterhin keine dümmliche Musik, selbst ihre kompaktesten Stücke sind überdurchschnittlich schön und vor allem abwechslungsreich gestaltet, doch kann demnächst durchaus die Grenze des guten Geschmacks überschritten werden. Dann könnte auch diesem Quintett eine kitschige Ballade entweichen oder ein dumpfer Tanzboden-Rocker – ohne Augenwzinkern. Ansätze sind bereits anwesend, doch gleichen fein ausformulierte Wendungen sie noch aus.

Der Band sei zwar jeder denkbare Erfolg gegönnt – allein für ihre wahnsinnig gut unterhaltende Vergangenheit. Das auf Publikumserfolg schielende Risiko, mit Unheil der akustischen Albernheiten drohend, sollte indes niemals unterschätzt werden – immerhin geht die Band im Herbst 2010 mit Jimmy Eat World auf Tournee.

Tracklist:
  1. My Time
  2. Summer Angel
  3. Secret Country
  4. Hold Me Down
  5. Excuses
  6. The Thief
  7. Into The Mirror
  8. Animal Backwards
  9. Dayglow Vista Rd.
  10. Fooled By The Night
  11. Your Private Sky
  12. Broken China
Highlights:

Dayglow Vista Rd., The Thief, My Time, Into The Mirror

Unsere Bewertung:
6 von 10
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