
Vom Popsong, der kein Popsong sein wollte
Menomena
Mines
| Label | CitySlang |
|---|---|
| Vertrieb | Unviersal |
| VÖ-Datum | 30.7.2010 |
Kunst? Möööp! Mit der Andeutung, Menomena machten Intellektuellen-Musik, braucht man den Bandmitgliedern gar nicht erst zu kommen. Menomena schreiben Popsongs. Sagt die Band, klipp und klar. Ein Schelm, wer dabei an schöne, saubere Liedchen denkt!
Denn bevor Tracks wie Dirty Cartoons Menomena zu melodisch werden, klappert schnell das Schlagzeug dazwischen. Bevor aus Songmonstern wie Tithe Balladen werden, auf die sogar Coldplay neidisch werden würden, dekonstruieren sich Menomena kontinuierlich selbst. Bewusst stören sie den Fluss, brechen bestehende Strukturen auf und legen bei voller Fahrt schon mal den Rückwärtsgang ein. Traute Einigkeit ist auf Mines nichts. Hier wird mit Leidenschaft zerstört. Und vor allem verstört. Gut möglich, dass man vor Überforderung schon mal skippen muss. Durchschnaufen. Das Album ein paar Minuten, Stunden, Tage liegen lässt, bevor man sich wieder heranwagt. Fakt ist: Der Popsong, wie man ihn begrifflich normalerweise verwendet, ist zu eng für Menomena. Zu platt. Zu billig. So wie die Ohren für Mines zu wenig Fassungsvermögen zu haben.
Andere Bands hätten aus den Ideen, die in diesen elf Songs stecken, elf ganze Alben gestrickt. Grobmaschig, ohne ein besonderes Muster, leicht konsumierbar. Andere Bands hätten aus dem einen oder anderen Song einen Überhit für die Massen komponiert. Menomena könnten das bei dem überragenden musikalischen Talent aller drei Bandmitglieder zweifelsohne auch. Aber sie interpretieren den perfekten Popsongs lieber um. So, wie sie ihn sich vorstellen.
Tracklist:
- Queen Black Acid
- Taos
- Killemall
- Dirty Cartoons
- Tithe
- Bote
- Lunchmeat
- Oh Pretty Boy, You're Such A Big Boy
- Five Little Rooms
- Sleeping Beauty
- Intil
Highlights:
Dirty Cartoons, Tithe



