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Nerve Up

Lonelady

Nerve Up

LabelWarp
VertriebRough Trade
VÖ-Datum27.2.2010

Schon wieder ein Act, den sie uns aus Großbritannien heraus als das nächste große Ding verkaufen möchten. Julie Campbell, bekennende DIY-Künstlerin aus Manchester und unter dem Künstlernamen Lonelady agierend, soll scheinbar die Lücke zwischen Gossip, Souxie und ihren alten Helden Joy Division schließen. Düsterer Art-Pop zum Tanzen und Schwelgen in 80er Zeiten mit einer gehörigen Portion kühlem, weiblichem Charme. Und da sie den DIY-Gedanken nicht nur hegt, sondern auch in ausführender Art pflegt, hat sie sich ein kleines Studio in ihrer Heimat gemietet, alle Instrumente bis auf das Schlagzeug selbst eingespielt und damit es doch noch den Spagat zum Professionellen schafft, sich Guy Fixsen als Co-Produzenten ins Boot geholt, der enorme Arbeit geleistet hat.  

Mit ihrem Debüt Nerve Up ist es dann doch ein zweischneidiges Schwert geworden. Die Ansätze, die Lonelady hier offenbart, sind aller Ehren wert und hievt so manchen Song als neues Muss des gelungenen Indie-Dance-Samplers. So lässt der Opener - nur durch die Kühle der Akteurin gemindert - gar ein wenig Soul durchschimmern und der Titelsong Nerve Up sollte sich ohne Probleme in der Dauerrotation so mancher Radiostation wiederfinden lassen. Das ist Pop der allerfeinsten Sorte, an der sich manche Choreogruppe laben wird. Diejenigen, die die Punkattitüde eher bevorzugen, dürfen Army und Intuition zu Füßen liegen. Lonelady klingt nie zu glatt, immer einen Hauch unnahbar und so anziehend wie der Netzstrumpf tragende Vamp, der zur Verführung ausholt.

Doch so wunderbare Momente Nerve Up zu bieten hat, lassen nahezu sämtliche Songs leider den letzten nötigen Druck vermissen, mit dem auch The Kills noch auf ihren ersten beiden Platten zu kämpfen hatten, was Jamie Hince mit allerlei Fingerfertigkeit und Kunst mit seinen alten Drumcomputern zu schließen versuchte. Doch die Lonelady wird noch einiges von sich hören lassen. Davon kann hier und heute von ausgegangen werden.

Tracklist:
  1. If Not Now
  2. Intuition
  3. Nerve Up
  4. Early The Haste Comes
  5. Marble
  6. Immaterial
  7. Cattletears
  8. Have No Past
  9. Army
  10. Fear No More
Unsere Bewertung:
6 von 10