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Schwestern lügen nicht
Liars
Sisterworld
| Label | Mute |
|---|---|
| Vertrieb | EMI |
| VÖ-Datum | 5.3.2010 |
Muss immer und immer wieder auf den Backkatalog einer Band eingegangen werden, um ihr aktuelles Album zu beschreiben? Wohin mit der Beschreibung über die Liars, wenn sie sich sowieso nicht fassen lassen? Ab ins Nirvana damit, hinfort, die Konzentration auf die Sisterworld gerichtet und den Artrock, den die Liars nun erneut präsentieren.
Doch eines dürfte im Hinblick auf ihre Geschichte doch nicht fehlen: Der Höhepunkt ihrer Paradedisziplin ihres vertrakten Stil-Packaging hatten sie zumindest nicht im allseits gehypten Debüt They Threw Us All In A Trench And Stuck A Monument On Top, sondern in dessen Nachfolgern, in denen sie der Sache, die sie immer versprachen, deutlich näher kamen - Punkrock, Electronic, Avantgarde-Rock der 70er zu verbinden und auf den Zufall zu setzen, welches der Stile denn nun von Song zu Song dominieren sollte. Die Stochastik wurde perfektioniert und Sisterworld bildet den bisherigen ehernen Endpunkt ihres Schaffens.
Wo manche Bands sich die Haare raufen, wie sie ihre Einfälle denn nun unterhalb der zehn Minuten-Marke unterbringen können, hat sich das Trio aus Los Angeles die Vier-Minuten-Grenze gesetzt. Kontrollierte, kompakte Konfusion, die, sobald sie radiotauglich werden sollte, einen deutlichen Lo-Fi-Soundriegel vorschiebt, als würden Distortions Funkstörungen vortäuschen wollen. Das riecht nach tonalen Aufsätzen über die aktive Totalverweigerung zu Tantiemeneinnahmen und bleibt dem Feingeist in den Ohren stecken und wenn der Track doch brachial düstere Tanzmomente zu bieten hat (Proud Evolution), wird dieser einfach mit einem ellenlangen Intro und magischen Pausen versehen.
Und der Liebhaber weiß, wie er diese Haken zu nehmen hat, die diese Wunderheiten Scarecrows On A Killer Slant, das Beck'sche No Barrier Fun und die Post-Rock-Fiebel I Still Can See An Outside World zu setzen wissen. Schwache Nerven sind hier fehl am Platz, Auseinandersetzung ist gefragt. Das macht Sisterworld zu einem der eigensinnigsten Alben, die sich aktuell auf dem Markt tummeln und die höchsten Einsatz fordern. Doch wer viel gibt, darf bekanntlich auch viel nehmen.
Tracklist:
- Scissors
- No Barrier Fun
- Here Comes All The People
- Drip
- Scarecrows On A Killer Slant
- I Still Can See An Outside World
- Proud Evolution
- Drop Dead
- The Overachievers
- Goodnight Everything
- Too Much, Too Much

