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Die Gangsta Nancy Sinatra

Born To Die

Lana Del Rey

Born To Die

LabelVertigo Berlin
VertriebUniversal
VÖ-Datum27.1.2012

Wir lieben dich, wir lieben dich nicht, wir lieben dich, wir lieben dich nicht: Noch bevor das Debüt von Lana Del Rey überhaupt auf dem Markt war, hatte Elizabeth "Lizzy" Grant, so heißt das 25-jährige Mädchen hinter der Pop-Nymphe, schon fast alle Höhen und Tiefen des Starseins durchgemacht, für die nicht Wenige ihr ganzes Leben brauchen.

Bei YouTube hat ihr Video Games, das sich seit August 2011 in Windeseile seinen Weg durchs Netz bahnt, bis heute über 22 Millionen Aufrufe gesammelt und Lana zahllose Fans, jauchzende Kritiker und eine Nummer-1-Platzierung in den deutschen Singlecharts beschert. Dann kam ihr erster großer, nervös-versungener TV-Auftritt bei Saturday Night Live, bei YouTube einer der "schlechtesten Auftritte in der Geschichte der Show" – und mit ihm all die Miesmacher, die die gebürtige New Yorkerin am liebsten noch schneller kleinreden würden, als sie groß gejubelt wurde. Doch so einfach ist das nicht. Denn tatsächlich bietet Grants Debüt als Lana Del Rey musikalisch wenig Angriffsfläche.

Born To Die ist Drama-Pop in Vollendung. Ein süßlich-schwermütiges Werk, das große Melodien für sich gepachtet hat. Das von Leidenschaft und Verlust erzählt. Das lupenrein produziert ist, bis ins letzte ausgefeilt und bei all dem Glamour, dem schönen Schein doch vor allem tief melancholisch ist. In ihren Liedern berauscht sich Lana an ihrem Herzschmerz und singt mit bombastischer Instrumentierung im Rücken einer Liebe hinterher, die längst im Nirgendwo verpufft ist. Wenn die Wahl-Londonerin mit ihrer dunklen Stimme Zeilen wie "It's you, it's you, it's all for you. Everything I do" gurrt, beschwört sie die großen Diven der 50er-, 60er-Jahre herauf. In Off To The Races kiekst und rappt sie, wie nur ein böses Mädchen rappen kann. Video Games, Blue Jeans und Born To Die, die besten Songs des Albums, hauchte sie mit geschürzten Lippen schon vorab sehnsuchtsvoll in die Welt.

Diva, Femme Fatale, Bad Girl? Sich selbst bezeichnet Lana Del Rey mit tonnenschwerem Augenaufschlag unter falschen Wimpern als "Gangsta Nancy Sinatra", ihre Musik als Mischung aus Hollywood-Pop und Sad-Core. Die Künstlerin mag ein Konstrukt sein. Ein kunstvoll geformtes Wesen der Marketingstrategen. Ein Produkt, das allein Verkäufe generieren soll. Und wenn schon. Niemand kommt in diesen Tagen an ihr vorbei. Sie wird geliebt oder eben gehasst. Lana wird erhört – wie Lady Gaga. Da muss nicht mal jeder Song auf ihrem Album ein Hit sein...

Tracklist:
  1. Born To Die
  2. Off To The Races
  3. Blue Jeans
  4. Video Games
  5. Diet Moutain Dew
  6. National Anthem
  7. Dark Paradise
  8. Radio
  9. Carmen
  10. Million Dollar Man
  11. Summertime Sadness
  12. This Is What Makes Us Girls
Highlights:

Born To Die, Video Games

Unsere Bewertung:
7 von 10
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