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Mit K

Kraftklub

Mit K

LabelVertigo Berlin
VertriebUniversal
VÖ-Datum27.1.2012

Ein Hype in Deutschland? Ein Hype aus Deutschland? So etwas kennen wir doch höchstens aus England. Kein Album in der Hand, eine kleine EP (Adonis Maximus) in der Vergangenheit und eine Single (die zweite nach Zu Jung) namens Ich Will Nicht Nach Berlin verfrachtete den Kraftklub in den Bundesvision Song Contest und bescherte ihnen den fünften Platz. Ein Dreivierteljahr später erscheint das Album Mit K. Und in der Zwischenzeit hatte sich so mancher fast auf das Warten versteift, wäre da nicht Casper gewesen.

Ein wenig Sprechgesang gepaart mit der Geradlinigkeit des Rocks und Off-Beat-Einschübe zur Untermalung des Tanzbaren, so präsentiert sich Mit K. Und wie sie selbst erkennen, ein kleines bisschen Atzen für die Einrichtung einer Mallorca-Indie-Disco ist auch dabei. Dennoch, musikalisch ist das keine Überraschung, keine Offenbarung und keine besondere Herausforderung, doch so ansteckend wie sich der Kraftklub präsentiert, hält sich der Unmut in engen Grenzen. Sie haben erkannt, dass sich die Jugend von heute mit wahrer Rebellion aufgrund limitierter Neuschöpfungsmöglichkeiten schwer tut (Zu Jung), die Ex-Liebe aufgrund steter virtueller Anwesenheiten nur mühsam vergessen werden kann (Liebe) und dass Gesundheitshypes zu neuen Formen der Willkürlichkeit führen (Ritalin/Medikinet). Kevin und ADHS als die Merkmale der vergangenen zehn Jahre? Aber auch die Szene bekommt ihr Fett weg. Scheissindiedisko bedarf keiner weiteren Beschreibung und die Ansage Ich Will Nicht Nach Berlin ist nur die Antwort auf der Resultat der egozentrischen und kreativ-belasteten Szene der Bundeshauptstadt.

Nein, es mangelt den Mittzwanzigern des Kraftklubs nicht an Selbstbewusstsein. Das besiegelt schon der Einstieg Eure Mädchen, wie er sich normalerweise und gemeinhin als großmäulige Vorstellung auf HipHop-Alben befindet. Von da an geht es nach vorn. Ein Song jagt den nächsten, kein Blick nach rechts, keine Blick nach links, sondern das schlichte Wittern des geradlinig Tanzbaren ist gefragt. Ruhe erlaubt sich schlicht Kein Liebeslied. Und Romantik ist für den Kraftklub vergebene Liebesmüh und sie fordern eher die Darstellung ihrer Rotzigkeit, Unbekümmertheit und der Arschtritt gegen die Langeweile. Was lange zurückgehalten wurde, wird also endlich gut. Mit K ist da und auch wenn es mit Songs der ersten EP überladen und ist und mit neuen Songs zum Album gefült wurde, hat sich das Warten gelohnt. Feuer frei also für den Kraftklub!

Tracklist:
  1. Eure Mädchen
  2. Ritalin/Medikinet
  3. Ich Will Nicht Nach Berlin
  4. Liebe
  5. Melancholie
  6. Karl-Marx-Stadt
  7. Songs Für Liam
  8. Kein Liebeslied
  9. Lieblingsband (Oh Yeah)
  10. Mein Leben
  11. Scheissindiedisko
  12. Zu Jung
  13. Wieder Winter
Unsere Bewertung:
7 von 10
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