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Zuviel der großen Worte

The Great War

Justin Currie

The Great War

LabelRyko
VertriebADA Global / Warner
VÖ-Datum28.5.2010

Del Amitri verkauften einst über fünf Millionen Platten weltweit. Nach rund 22 Jahren Bandgeschichte war für die Schotten dann vor acht Jahren erstmal Sense. Die Band wurde von den Gründungsmitgliedern Iain Harvie und Justin Currie auf Eis gelegt. Letzterer veröffentlichte 2007 sein melancholisch-poppiges Solodebüt What Is Love For. Nun steht der Nachfolger The Great War in den Startlöchern.

Aus diesen kommt Currie noch recht beschwingt. Der Opener A Man With Nothing To Do ist sehr angenehm anzuhören, geht schnell ins Ohr, erinnert vielleicht sogar ein wenig an Tom Petty, auch wenn die Produktion etwas zu glatt daher kommt. Doch schon wenn der zweite Song Anywhere I´m Away From You mit seinem leicht jazzigen, lockeren Beat zu Ende gegangen ist und man erneut nicht über den Status hinauskommt, dass das ja ja ganz nett ist, was uns der erfahrene Currie hier präsentiert, spätestens dann kommt der Gedanke auf, dass The Great War ein langwieriges Erlebnis werden könnte. Und nach der für ein solches Album obligatorischen Pianoballade You´ll Always Walk Alone ist man geneigt, ihm zuzustimmen.

Dabei hat das Album doch Reize zu bieten. Curries Stimme ist schlicht wundervoll und das Texten hat er in all den Jahren auch nicht verlernt. Im Falle der Lyrics für The Great War arbeitet er öfters mit Punchlines, also einer Zeile oder einem Vers zum Schluss, der den gesamten Verlauf des Erzählten auf den Kopf stellt. Dummerweise hat er bei all den großen Worten vergessen, den Songs auch so etwas wie Dramatik oder Spannung zu geben. Denn obwohl sie sicherlich auf höchst eingängigem Niveau arrangiert und instrumentiert sind, wollen beim Hören kaum Emotionen aufkommen. Einzige Ausnahme ist das achtminütige The Fight To Be Human: Ein toller Aufbau, der Song bekommt Zeit, Spannung baut sich langsam auf, als Currie ein dunkles Bild des Menschen zeichnet, das am Ende von einem kurzen Gitarrensolo zerkratzt wird. Hier ist der Song die Punchline.

Ein Mann wie Justin Currie hätte ruhig öfter den Mut für einen solchen Song aufbringen können. An den Möglichkeiten dazu mangelt es ihm in keinster Weise. Aber wenn jeder Krieg derart harmlos wäre wie The Great War, hätten die Menschen eine Sache weniger, vor der sie Angst haben müssten.

 

Tracklist:
  1. A Man With Nothing To Do
  2. Anywhere I´m Away From You
  3. At Home Inside Of Me
  4. You´ll Always Walk Alone
  5. Can´t Let Go Of Her Now
  6. The Fight To Be Human
  7. Ready To Be
  8. The Way That It Falls
  9. As Long As You Don´t Come Back
  10. Everyone I Love
  11. Baby, You Survived
Highlights:

The Fight To Be Human, The Way That It Falls

Unsere Bewertung:
5 von 10