
Spiel es noch Mal, Julian
Julian Casablancas
Phrazes For The Young
| Label | RCA |
|---|---|
| Vertrieb | Sony Music |
| VÖ-Datum | 30.10.2009 |
"I hear it in your silence, when you don't speak. What was funny then isn't funny anymore!" Zynismus, Ironie und Tragikomik sind feste Bestandteile im Solo-Werk des The Strokes-Frontmanns. Weit ab von den Retro-Rock-Pfaden seiner Hauptband schnürt Julian Casablancas mit Phrazes For The Young ein Paket zwischen verspieltem Ausbruch, Wut, Gefühlen und kultiviertem Dilettantismus.
Wie ernst es dem 31-jährigen US-Amerikaner mit dieser Veröffentlichung ist, macht schon allein die Auswahl der Produzen deutlich und engagierte hierfür keine geringeren Könner als Jason Lader (System Of A Down, Coldplay, Jay-Z) und Mike Mogis (Bright Eyes, The Faint, Lightspeed Champion) und so nutzt Casablancas die Gunst der Stunde, allen Erwartungen die kalte Schulter zu zeigen. Nach den gelobten Projekten seiner Bandkollegen - man denke an Albert Hammond Jr. und Little Joy von Fabrizio Moretti - bewegt auch Casablancas sich weg vom seit dem Debüt Is This It eingefahrenen Strokes-Sound, der auf den Nachfolgealben als Kopiervorlage genutzt wurde. Der New Yorker reißt das Ruder an sich und steuert die Reste des Strokes-Sounds in elektronischere und originellere Gefilde.
Auch wenn sich Julian Casablancas vorwiegend in den 80ern aufhält und er die Finger nicht vom Retro-Sound lassen kann, ist Phrazes Of The Young ebensowenig schnell und einfach fassbar. Wie können Songs wie Left And Right In The Dark und 11th Dimension, die The Strokes und Empire Of The Sun miteinander verknüpfen, schnell ins Ohr flitzen? Immer wieder blitzen die genialen Momente auf - diese musikalisch ironisierten Momente. Paradoxerweise geschehen diese ebenfalls, wenn die absurde Ballade 4 Chords Of The Apocalypse und der Country-Song im Walzertakt Ludlow St. durch einen fehlprogrammierten Drumcomputer-Einsatz banalisiert und so zur eigenen Satire werden. Dies steht im Gegensatz zu River Of Brakelights, dessen Drumspur als immer wieder treibendes Bindeglied der Abschnitte zum Tragen kommt.
Würden sich The Strokes als Band so viel Mühe geben, wie die einzelnen Musiker in ihren Solo-Projekten, wären die Zweifel an neuen Ideen und dem Verlassen der alten Copy&Paste-Strukturen überflüssig. Auch Julian Casablancas hat sein Experiment gewagt und dazu gewonnen. Einfach hat er es sich nicht gemacht, aber dafür umso respektabler.
Tracklist:
- Out Of The Blue
- Left & Right In The Dark
- 11th Dimension
- 4 Chords Of The Apocalypse
- Ludlow St.
- River Of Brakelights
- Glass
- Tourist



