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Interpol

Interpol

Interpol

LabelSoft Limit
VertriebCooperative Music/Universal
VÖ-Datum3.9.2010

Das Cover als Versinnbildlichung des Bandzustandes? Der Name Interpol bricht auseinander, ist gesprengt. Die felsenfeste Instanz in Sachen Düsterrock nutzt diese Zerteilung ausgerechnet auf dem Cover ihres vierten Albums, dass den Bandnamen trägt. Und selbstbetitelte Alben, die nicht als Debütname fungieren, werden häufig als Zeichen für Neuanfänge genutzt. Der Ausflug zu einem Major, bei dem der Vorgänger Our Love To Admire erschien, ist Geschichte. Und Bassist Carlos Dengler ging nach den Aufnahmen zu Interpol und mit ihm ein unbestritten federführender Posten im Songwriting und der Außendarstellung. Doch ob Paul Banks und der verbleibende Rest diesen Verlust verkraften werden, ist fraglich.

Nun beginnt auf Interpol die Suche nach der Genialität der Band, denn einen Ausrutscher ist dieser Band nie und nimmer zuzutrauen. Oder etwa doch? Ein Produkt, dass an die brillianten ersten Alben herankommt, ist nicht der einfachste Schritt, den die Band beschreiten kann. Interpol hat gehandelt und lässt eine feine, aber klare Abgrenzung zu jenen Alben hören, der die Band ihren Status zu verdanken hat. Denn anstatt einige direkte Licks zu setzen, liegt der Schwerpunkt noch stärker auf Dunkelheit und Schwermut, auf einem zähen Ablauf gebrochener Ideen und ausgedehntem Darstellen diverser Niederlagen. Dabei ist die erste Hälfte des Albums dennoch vergleichsweise eingängig und mit einem der Highlights des Albums Barricade versehen, das durch Sam Fogarinos dominierende Drums nach vorn gepusht wird und einen nahezu tanzbaren Charakter erhält.

Doch schon zu Anfang ist zu hören, wie brilliant die Symbiose des Wiedererkennungsfaktors Paul Banks und seiner Mitstreiter funktionieren kann: Success. Pop und Dunkelheit verschmelzen in diesem Opener zu einer explosiven Mischung; ansteckend, ergreifend und gleichzeitig animierend. Ähnlich agiert Summer Well. Ausgerechnet der vorab veröffentlichte Appetizer des Albums Lights zieht sich in endlosen, ungreifbaren Schleifen und verliert die mühsam aufgebaute Spannung am Ende zusehends. Doch das Orchestrale folgt. Always Malaise (The Man I Am) beginnt die zweite Hälfte des Albums und fährt mit Pauken und Trompeten eine gediegene, theatralische Dynamik auf, die es zu verarbeiten gilt. Ein Ohrenschmaus. Ein weiterer ist Try it On - das Gegenteil von Always Malaise, das durch sein redundierendes Pianomotiv und einen hypnotischen Rhythmus die Sinne zu vernebeln versucht. Und dann das zaghafte, düstere Ende: The Undoing. Dieser Song hält sich zurück. Das Finale entscheidet und übergibt die Hoffnung an die hellen Bläser, die das Stück bis zum Ende begleiten. Der Ausklang ist platziert und entlässt ganz behutsam mit einem Fade-Out aus der Szenerie.

Das Album schien kein leichtes Unterfangen in der Entstehung zu sein. Und das überträgt sich direkt auf den Hörer. Entscheidende Passagen müssen zunächst um Beachtung kämpfen. Das ist weder ein schnelles noch ein leichtes Übertragen der Strukturen, die diese Songs in sich tragen. Doch die Auseinandersetzung eröffnet ein erneutes Interpol-Album, das die Stellung der Band manifestiert. Auch wenn Interpol nicht ganz an die Klassiker heranreicht.

Tracklist:
  1. Success
  2. Memory Serves
  3. Summer Well
  4. Lights
  5. Barricade
  6. Always Malaise (The Man I Am)
  7. Safe Without
  8. Try It On
  9. All Of The Ways
  10. The Undoing
Highlights:

Success, Summer Well, Barricade, Always Malaise (The Man I Am)

Unsere Bewertung:
8 von 10
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