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Leichtsinnig

The Rip

I Heart Hiroshima

The Rip

LabelCargo
VertriebCargo
VÖ-Datum23.7.2010

Wenn sich The Rip im Player dreht, steht ein Gefühl an vorderster Front: I Heart Hiroshima laben sich noch immer an ihrem jugendlichen Leichtsinn. Das ausgiebige Touren mit großen Bands in den letzten Jahren seit der Veröffentlichung ihres Debüts Tuff Teef, scheint sich kaum auf die Seelen der drei Australier ausgewirkt zu haben. Gut so. So können sie auf ihrem neuen Album gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Sie behalten dieses Naive, Unbeschwerte bei, können ihren Sound aber aus dem heruntergekommenen Proberaum in eine gut ausgestattete Garage überführen.

Tuff Teef war schließlich nahe dran am schamlosen Lo-Fi, an schlechten Demoaufnahmen. Und trotzdem charmant. The Rip ist hörbar besser produziert, aber zum Glück nicht glatt gebügelt. Es rumpelt noch immer, Dröhngeräusche sind durchaus erwünscht und wenn es mal klappert, ist das auch nicht so schlimm. Schließlich kommen Susie, Matt und Cameron fast immer auf die richtige Melodie zur richtigen Zeit. Fast ist es so, als ob sie dahin stolpern würden, so ungeschickt klingt das. Zum Beispiel bei Four Sails, bei dem es sich so anhört, als ob die Lyrics auf gut Glück auf die Musik geworfen werden. Vielleicht liegt das auch daran, dass sie weiter auf Bass verzichten und die Songs in der Luft zu wehen scheinen, wenn da nicht das Drumming von Susie wäre, das die Songs immer wieder erdet. Klingt der Opener Count Me In noch etwas verschlafen, finden I Heart Hiroshima schnell zu ihren Stärken. Dazu gehört vor allem die Dynamik, die die drei Gesangsstimmen produzieren. Besonders gelungen in dieser Hinsicht ist Old Tree, bei dem die sexuelle Energie greifbar ist. Und die Naivität, mit der sie erzeugt wird, macht sie nur reizvoller. Aber auch Shakeytown, Sisters oder das sommerliche The Corner sind Indie-Garage-Perlen.

Bei 14 Songs bleiben ein paar Aussetzer zwar nicht aus, drückt die Stimmung aber nicht merklich. Mal sehen, wie lange I Heart Hiroshima noch so unbedarft sind, um solche erfrischenden Alben zu fabrizieren.

 

Tracklist:
  1. Count Me In
  2. Got Out
  3. Shakeytown
  4. South
  5. Old Tree
  6. The Corner
  7. Four Sails
  8. Sisters
  9. River
  10. Ocean
  11. Well
  12. Here It Comes
  13. Who I Was
  14. Listen
Highlights:

Shakeytown, The Corner, Sisters

Unsere Bewertung:
7 von 10