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Hellsongs

Long Live Lounge

LabelTapete
VertriebIndigo
VÖ-Datum17.2.2012

Was ist passiert, wenn in Lagerfeuerstimmung à la Bibelkreis Menschen mit bedächtigen Stimmen zart hauchend den Refrain von Run To The Hills von Iron Maiden in die Nacht entlassen? Wie kann es geschehen, dass Slayers Skeletons Of Society zu einer Folk-Zelebrierung wird und in einem rauschenden Akustikfest eines Mittelaltermarktes endet? Die Antwort ist denkbar einfach: Die Hellsongs aus Schweden haben die Mikrofone auf einem besonderen ihrer Live-Konzerte entpackt, als sie mit dem Gothenburg Symphony Orchestra in ihrer Heimatstadt spielten und das aufgezeichnete Material wurde nun als Long Live Lounge gepresst.

Der gemeine Die-Hard-Metalfan wird es wahrscheinlich noch immer als persönlichen Angriff werten und seinen Nietengürtel am liebsten gegen die unverschämten Einverleibungen der Juteträger schwingen, zumal diese sich echter Klassiker des Rock- und Metal bedienen. Skid Row (Youth Gone Wild), AC/DC (Sin City), Alice Cooper (School's Out), Ozzy Osbourne (I Just Want You), Twisted Sister (We're Not Gonna Take It), Black Sabbath (War Pigs) und sogar Pantera (Walk) erfahren ganz nebenbei neue Einsatzgebiete - als Kuschelfolk, als Streicheleinheit oder gar als kleines, orchestriertes, warmes Gebilde ohne Klischeeeinsatz. Warum diese Band nicht selten gefeiert wird und ungeahnter hoher Respekt entgegengebracht wird, ist vor allem in dieser Kombination bestens zu erkennen: Eine behutsame Neuinterpretation folgt der nächsten, die an mit dem Einsatz des Orchesters spürbar an Halt gewinnt. Mit einem heillosen Bemühen hat dieses selten zu tun, sondern eher mit der ruhigen Betrachtung und liebevoller Hingabe, dessen ironisch umschwebender Hauch die Ehrerweisung beibehält.

Den Hellsongs war nicht nur aufgrund der Tatsachen, dass ein Orchester mitspielte und dass sie in ihrer Heimatstat Göteburg auftraten, daran gelegen, dass dieser Abend im März 2011 gelingt. Nach einer Erkrankung der Sängeirn Siri Bergnéhrs, sollte dieses der letzte Auftritt der Band sein, die sich erst im vergangenen November dazu entschloss, die Bandgeschichte neu zu entfachen und in My Engström Renman eine neue Frontfrau fanden. Der Lounge-Metal geht also in weitere Runden. Und wenn erneut ein Orchester anwesend sein sollte und sich der Hörer von der Musik der Originale lösen kann, ist die gute Unterhaltung sogar auch langfristig vorprogrammiert.

 

 

 

Tracklist:
  1. Seek & Destroy
  2. The Evil That Men Do
  3. War Pigs
  4. Heaven Can Wait
  5. Sin City
  6. Walk
  7. Youth Gone Wild
  8. School's Out
  9. Run To The Hills
  10. Skeletons Of Society
  11. 10.000 Lovers (In One)
  12. I Just Want You
  13. We're Not Gonna Take It
Unsere Bewertung:

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