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Get Color

Health

Get Color

LabelCity Slang
VertriebUniversal
VÖ-Datum18.9.2009

Das Quartett aus Los Angeles besitzt eine gut sortierte eigene Werkzeugkiste und sogar noch den Schlüssel dazu. Das ist bereits allerhand, in Zeiten, welche stets bereits hinreichend abgegraste Ideenfelder für große neue Popularmusikentwürfe mit anderen Gesichtern verkauft. Blöde Lieder, tumbe Tracks, die ewig gleichen Reime und Basslinien, die bereits deine Eltern langweilig finden wollten. Doch manche Gruppen haben eben eine Schatztruhe von einer Toolbox. Verwiesen sei auf Health, das lautstarke Überraschungsgeschenk dieser Saison. Es steht für gesundes Zusammenspiel schwer erträglicher und unvereinbarer Schallereignisse zu erfreulich unerhörten Hymnen an den Abwegigkeitsgenuss.

Jake, John, Jupiter und BJ sind leidenschaftliche und zugleich besessene Bühnenhandwerker, die kaum zu bremsen, geschweige denn ruhig zu bekommen sind. Doch nun haben sie auch ein relativ kurzes Album eingespielt, welches auf ihre Live-Leidensbereitschaft zumindest verweist. Denn die fiesen Gitarrentöne – zuletzt dieser Art wohl von den hypernervösen Ex Models zu hören gewesen -, das massive Rhythmusfundament, die schabend und flirrend eingesetzten Tasteninstrumente, der röhrende Bass und die wohlmeinenden Lieblichkeitsgesänge, die haben so massiert noch nie zusammenfinden dürfen.

Health können mittels Get Color als Rockvariante der aktuellen Animal Collective-Weirdness durchgehen oder eben als Antwort auf all die zwischen Folk und Trance unbescheiden wabernden Gegenwartsverneiner, die auch als Noiser begannen. Doch das Quartett lediglich in den Schatten anderer ambitionierter Neuerungsprotagonisten zu stellen, ist ungerecht. Zwar kann Get Color noch nicht als der große Wurf oder der riesige Schritt zur eigenen Identität gewertet werden – gerade auf dem Noisegebiet geschieht dafür zu viel. Aber mit weiteren eigenwilligen Ansätzen und lärmenden Loslösungshandlungen packt es das verquere Quartett bestimmt mit dem nächsten Album.

Tracklist:
  1. In Heat
  2. Die Slow
  3. Nice Girls
  4. Death+
  5. Before Tigers
  6. Severin
  7. Eat Flesh
  8. We Are Water
  9. In Violet
Highlights:

Death+, In Violet, Eat Flesh

Unsere Bewertung:
7 von 10
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