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Hayseed Dixie
Killer Gras
| Label | Cooking Vinyl |
|---|---|
| Vertrieb | Indigo |
| VÖ-Datum | 5.2.2010 |
Unter dem Begriff "Hillbilly" ist ein Exemplar derjenigen Gruppe US-amerikanischer Landbevölkerung bekannt geworden, die – geprägt im amerikanischen Volksmund – gemeinhin als Hinterwäldler bezeichnet wird. Es handelt sich dabei um einen Terminus ähnlich beleidigenden Charakters, wie ihn auch die Betitelung "Eskimo" besitzt und welcher in der Regel eine Reihe klischeehafter zumeist negativ besetzter Eigenschaften impliziert. Da erscheint es geradezu paradox, dass aus den Wurzeln eben dieser ländlichen Bevölkerungsschicht Musikformen entstanden sind, die nicht nur das Fundament des modernen Country & Western bilden, sondern außerdem getrost als die schönsten Genres des American Folk bezeichnet werden können – eine davon ist der Bluegrass.
Vor allem in den letzten Jahren stieg die Konzentration der Künstler und Bands in der Öffentlichkeit, die ihrer Verbundenheit zu den Wurzeln amerikanischer Volksmusik Ausdruck verleihen, jeder auf seine eigene Art und Weise. Und wie Austin Lucas seine musikalische Herkunft mit viel Gefühl und Liebe zur Poesie würdigt, feiern Hayseed Dixie die ihre einfach bis zur wohlverdienten Heiserkeit – oder zumindest solange, bis sie voll vom Barhocker segeln. Na ja, ganz so wild wird’s wohl nicht sein, obwohl die Bierlaune den Herren dennoch deutlich anzuhören ist. Wer Mozarts Kleine Nachtmusik zum Folk-Instrumental umfunktioniert, bei dem sich Fidel und Banjo um die Wette jagen, hat wahrscheinlich mehr als einmal an den bauchigen Flaschen der Marke XXX geschnuppert. Einen Haufen Spaß macht’s auf alle Fälle, wie auch die anderen Songs des nunmehr achten Albums des Tennesse-Quartetts. Wie üblich gibt es eine bunte Mischung aus Hillbilly-Coverversionen berühmter Rock- und Popsongs und einer Handvoll Eigenkompositionen. Die Auswahl der Kopievorlagen ist originell, ein Genre für die Band so gut wie jedes andere. So steht die skurrile Bluegrass-Adaption vom Black Sabbath-Klassiker neben dem plötzlich sehr Banjo-lastigen Omen von The Prodigy und auch vor Queens Heiligtum Bohemian Rhaspsody wird keineswegs Halt gemacht.
Erfreulicherweise geht das Konzept in fast allen Fällen auf. Um die selbstverfassten Songs ist es leider ein wenig schlechter bestellt, denn den Meilenstein der Rock- und Popgeschichte können sie – Bluegrass hin oder her – natürlich nicht die Stirn bieten. Die vereinzelt recht albernen Texte sind dabei nicht hilfreich. In The Backyard oder Norfolk Girl sind nichtsdestotrotz coole Songs, die sich ihren Platz auf der Platte absolut verdient haben. Mit Killer Grass feiern Hayseed Dixie den stimmungsvollen Charakter des Bluegrass, seine ja sogar partytauglichen Qualitäten, immer mit einer ordentlichen Portion White Trash und augenzwinkernder Hillbilly-Attitüde. Auf Platte ist das alles zwar nicht besonders langlebig, live ist es allerdings ganz sicher ein Fest.
Tracklist:
- Tolerance
- Bohemian Rhapsody
- Alien Abduction Probe
- Omen
- In The Backyard
- Eine kleine Trinkmusik
- Norfolk Girl
- She's Just My Type
- Underneath The Bed
- Sabbath Bloody Sabbath
- Won't Get Fooled Again
- Ramblin' Man/Don't Cry For Me
Highlights:
Bohemian Rhapsody, In The Backyard, Ramblin' Man

