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Album

Girls

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LabelFantasytrashcan/Turnstile
VertriebPIAS/Rough Trade
VÖ-Datum13.11.2009

Die kalifornische Sonne hatte scheinbar eine feste Wirkung auf die Gehirne der beiden Hauptakteure Christopher Owens und JR White. Nicht nur, dass sie ihr Debüt Album betitelten, sondern sich zudem Girls nennen zeugt von verstrahltem Witz. Und was machen diese beiden auf eben diesem Album zuerst? Sie scherzen über pubertierende Mädchen und äffen aufkeimende Teenie-Sehnsüchte nach: "I wish I had a boyfriend". Schreckt dieses ironische Gejaule ab? Nein, es macht süchtig!

So klingt gute Laune, so klingt die Sonne und so klingt die Satire auf feuchte kalifornische Träume frisch operierter Jung-Silikonbiester. Mit einer Untermalung, die eine Kreuzung aus Beach Boys, Belle And Sebastian und vor allem Elvis Costello den kalten, ungemütlichen Herbst in eine helle, warme Jahreszeit verwandeln kann, üben die beiden sich an ihrer ganz persönlichen Weltverbesserung. Vor allem Christopher Owens scheint sich mit voller Lust von den Erinnerungen an seine Kindheit bei der Hippie-Sekte "Children Of God" auf seine Art befreien zu wollen und seine an Drogen reiche Jugend zu verarbeiten. So kann Therapie also klingen.

Aber was ist so besonders an diesen Songs? Die Unberechenbarkeit. Ihr nach Elektropop riechender Schmelztiegel an Einfüssen, die Unnahbarkeit ihres Humors und die plötzlich triefende Intimität Headaches. Die Hawaiianische Version eines übertrieben romantischen Lovesongs, dessen Text so anbiedernd ist, als wolle dieser das Gesicht zwinkernd genussvoll ablecken.

So anarchisch es klingt, so ist das Album auch geworden. Die Girls machen, was ihnen in den Kopf kommt - aber mit möglichst viel Hall in der Gitarre und diesem paradoxerweise leicht melancholischem Unterton in Owens Stimme. So wird die Ballade um die unglückliche Liebe zu Laurenn Marie doch ein butterweicher Schmachter in Girls-Manier und gelegentliche Ausflüge in den Garagen-Sound erinnern an Soundtracks wilder Discozeiten.

Tracklist:
  1. Lust for life
  2. Laura
  3. Ghost Mouth
  4. God Damned
  5. Big Bad Mean Motherfucker
  6. Hellhole Ratrace
  7. Headache
  8. Summertime
  9. Laurenn Marie
  10. Morning Light
  11. Curls
  12. Darling
Unsere Bewertung:
8 von 10
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