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Lauf! Lauf!

Genepool

Lauf! Lauf!

LabelRookie Records
VertriebCargo Records
VÖ-Datum12.3.2010

80er-Zitieren ist für die international gefeierte Indie-Szene wie Fußballspielen für fast die ganze Welt: absoluter Volkssport. Manchmal gelingt es der Indie-Band XY, ihren Sound mit Referenzen besagter Zeit aufzuwerten. Viel zu häufig ist jedoch der Wave-, Synthie- oder Was-auch-immer-80's-Pop-Einschlag das Einzige, was die oft so lieb- und leblosen Indie-Stampfer von heute überhaupt erträglich macht. Was also passiert, wenn eine Band die 80er-Welle reitet und darüber hinaus noch das seltene Talent besitzt, einen richtig guten Rocksong schreiben zu können? Genepool passiert! Und das nun schon zum dritten Mal.

Alles neu, sagt der Promozettel. Schon beim Blick auf’s Line-Up wird klar: Er hat uns nicht belogen. Neben Zuwachs in der Trommelabteilung gab’s vor allem am Mikro Umstrukturierungsmaßnahmen: Smoke Blow Fronter Jack Letten ist weg, Ian Spehr, seines Zeichens ehemals Sänger von Mink Stole, hat die Position übernommen und das wiederum hat tiefgreifende Konsequenzen für den Sound der Band. Nicht, dass wir uns falsch verstehen: Genepool ist auch auf Lauf! Lauf! eine Punkrock-Band, die irgendwo auf dem Wave-Pop der 80er-Jahre backen geblieben ist. Niemand wird irgendwas vermissen müssen: weder den schön reduzierten, treibenden Punk, noch die tollen Melodien oder gar die wavigen Synthies. Auch namedroppingmäßig wurde sich wenig zurückgehalten: Devo und Gang Of Four sind nur zwei der Namen, die uns beim Genuss von Genepools neuem Album immer wieder freundlich zuwinken. Der Rest liegt einem dauernd auf der Zunge. Und doch bringt der Sängerwechsel auf Lauf! Lauf! einen entscheidenden Unterschied mit sich: Genepool klingen deutlich eigenständiger. Soll heißen: Der Zuhörer wird nicht mehr ständig an Smoke Blow erinnert.

Unangebrachte Vergleiche drängen sich nicht mehr so häufig auf und ermöglichen damit einen viel unabhängigeren Blick auf die Songs der Kölner Band. Außerdem scheint das neue Line-Up einen positiven Einfluss auf das Songwriting der Band zu haben. Das allerdings im wahrsten Sinne des Wortes, denn die Grundstimmung der Scheibe ist im Vergleich zu Everything Goes In Circles etwas heller, der Indie-Einschlag deutlich stärker ausgefallen. So ist Lauf! Lauf! für Genepool ein bisschen wie neugeboren zu werden. Wer soweit nicht gehen will, mag mit dem Begriff Neuerfindung Vorlieb nehmen. Doch wie auch immer: Der Band steht das neue alte Outfit ganz vorzüglich.

Tracklist:
  1. Let's Stay Friends
  2. The Maggots
  3. She Bot
  4. Solar Life
  5. L.U.N.A.
  6. Lauf! Lauf!
  7. Brothers And Sisters
  8. Fell Of A Donkey
  9. I Shot Myself
  10. Closer
  11. 1979
  12. Kerosine
Highlights:

The Maggots, Lauf! Lauf!, Fell Of A Donkey

Unsere Bewertung:
7 von 10