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Von der Kunst, alles, aber nicht zu viel zu geben

The Winter Of Mixed Drinks

Frightened Rabbit

The Winter Of Mixed Drinks

LabelFat Cat
VertriebRough Trade
VÖ-Datum5.3.2010

Frightened Rabbit könnten den Kopf hoch tragen. Nach rund sieben Jahren Bandgeschichte, einer emsigen Entwicklung von der einsamen One-Man-Show um Mastermind Scott Hutchison bis hin zum Quintett und gerade mal zwei Alben, mit denen sie es von ihrer Heimat Schottland aus geschafft haben, die USA zu erobern, hätten sie es sich verdient. Auf ihrem Drittling The Winter Of Mixed Drinks hätten sie nur ein paar Streicher zusätzlich unterbringen müssen, die Extra-Portion Kitsch – sie hätten die neuen Snow Patrol werden können. Bis zum Mainstream wäre es kein großer, aber ein bedeutender Schritt gewesen. Ein kalkulierter. Wahrscheinlich sogar ein geschäftstüchtiger...

Aber Frightened Rabbit sind schlauer. Sie geben viel, aber nicht alles. Sie proben lieber das große Understatement und treiben die Songs mit Hilfe von The-National-Produzent Peter Kadis, der sich auch schon für die Aufnahmen der beiden Interpol-Prachtstücke Turn On The Bright Lights und Antics verantwortlich zeigte, nur so weit, dass sie gekonnt arrangiert, nicht aber überproduziert wirken. Im Gegensatz zu Snow Patrol mit ihrem Chasing Cars verzichten die schottischen Hasen auf den einen Song, der sich im Radio rauf- und runter dudeln ließe. Hatte der Vorgänger The Midnight Organ Fight den hymnischen Über-Hit Modern Leper, so fehlt The Winter Of Mixed Drinks der eine Titel, der von Anfang an direkt ins Ohr geht. Insgesamt brauchen die Songs – abgesehen ein von den beiden Singles Swim Until You Can’t See The Land und Nothing Like You – ihre Zeit, um zu zünden. Dafür ist der Neuling ausgereifter. Ausgeloteter. Die Qualität ist auf rund 45 besser verteilt, der Sound ist deutlich dichter.

Aussetzer? Keine! Dafür findet sich neben dem charakteristischen Vibrator des Leadsängers, der dieses Mal etwas zurückgeschraubt wurde, und den gewohnt melancholischen Gitarrensongs aber die eine oder andere kleine Song-Überraschung, die es auf The Midnight Organ Fight nicht gab. So setzen Frightened Rabbit das scheppernde Finale, den Orkan in Skip The Youth einfach an den Anfang, legen schon zu Beginn alles in Schutt und Asche, nur um dann einen der stärksten, melodischsten und in sich geschlossensten Titel des Albums abzuliefern. Einem Album, das mit seinen kleinen, charmanten Chören, den maßvoll eingesetzten Streichern und Bläsern, dem gekonnten Songwriting und den treibenden Melodien ein einziges fettes Lächeln zwischen die Ohren jeden Indie-Pop-Liebhabers zaubern dürfte.

Tracklist:
  1. Thing
  2. Swim Until You Can't See The Land
  3. The Loneliness And The Scream
  4. The Wrestle
  5. Skip The Youth
  6. Nothing Like You
  7. Man/Bag Of Sand
  8. Foot Shooter
  9. Not Miserable
  10. Living In Colour
  11. Yes, I Would
Highlights:

Swim Until You Can't See The Land, Skip The Youth, Foot Shooter

Unsere Bewertung:
8 von 10