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Ceremonials

Florence & The Machine

Ceremonials

LabelIsland
VertriebUniversal
VÖ-Datum4.11.2011

Es hagelte gute Kritiken. Dann hagelte es Preise und schließlich verhagelte es jedem Konkurrenten die Aussicht auf die Chartspitze. Zumindest im Vereinigten Königreich. Florence Welch war angekommen und mit ihr Lungs, ein Debüt, dem das Image von starker musikalischer Weiblichkeit und weiblicher Pop-Offenbarung nur so aus den Vinyl-Rillen tropfte. Und auch wenn es hierzulande vor allem ein Coversong war, der die junge Britin in aller Ohren erklingen ließ - You've Got The Love von The Source - war und ist dem Erstling die Brillianz neidlos anzuerkennen.

Doch ein Debüt von solcher Klasse, solcher Intensität und von solcher Sogkraft weckt auch immer die höchsten Erwartungen. Erwartungen an einen Nachfolger. An Ceremonials. Manchmal ist es erschreckend, wie wunderbar die Antwort darauf klingen kann. Florence & The Machine haben mit scheinbarer Leichtigkeit geschafft, woran so viele ambitionierte Newcomer scheitern mussten: Mit Ceremonials ist ein zweites Album entstanden, das seinem bemerkenswerten Vorgänger in nichts nachsteht. Wieder ist es vor allem die herausragende stimmliche Präsenz von Florence Welch, die den Hörer von der ersten Minute an fesselt. Eine Stimme, deren Umfang, Farbe und Klarheit jedes bekannt-gehypte britische Soul- und Indie-Pop-Sternchen der letzten Jahre gnadenlos vor die Studio-Tür setzt.

Doch auch eine Stimme dieser Klasse wirkt am Ende wie sie wirkt nur durch die Musik, die sie führt. Die Maschine setzt erneut auf Indie-Pop mit einer Spur Soul. Nur fällt beides weniger reduziert aus als noch auf Lungs. Ceremonials spielt gern mit dem epischen Ausmaß. Arrangements wirken - trotz gewohnt verschrobener Pophaftigkeit - nahezu orchestral. Nach außen hin scheinen sich Florence & The Machine leichter zugänglich zu geben. Man setzt zwar nach wie vor auf Düsternis, aber eben auch auf großes Gefühl. Und genau das steht Welchs Stimme ausgezeichnet. Skeptiker wittern Majorlabel-Druck. Von Herkömmlichkeiten ist die Rede und von Mainstream. Gleichzeitig ist das Album allerdings so dicht und so vielschichtig produziert und viele Songs sind nach wie vor radio-untauglich, sodass man Bedenken wie diese nur allzu gern mit Nichtachtung straft.

Sicher wird Ceremonials ein breiteres Publikum erreichen. Und bestimmt wird es hier und dort auch zum Charterfolg. In erster Linie ist das allerdings  hervorragenden Kompositionen wie Shake It Out, Whatever The Water Gave oder Seven Devils geschuldet. Und natürlich einer ganz hervorragenden Sängerin, die es mit einer leichtfüssigen Perfektion versteht, sich sowohl die ohnehin schon einnehmende düstere Atmosphäre als auch das hypnotisierende Melodiewerk zu Eigen zu machen und sie in ihrer Wirkung um ein Vielfaches zu verstärken, sie zu beleben und noch eindringlicher zu gestalten.

Ceremonials ist ein wunderschönes, buntes und anspruchsvolles Pop-Album geworden. Und auch wenn sie noch immer deutlich an Kate Nash erinnern und man durchaus musikalische Verwandtschaften etwa zu Anna Calvi ausmachen kann, sind doch sowohl Sängerin als auch Band in der eigenen Originalität herangereift. Zu einem Kollektiv, das nun bereits zum zweiten Mal gezeigt hat, dass es zu außergewöhnlicher Musik imstande ist.

Tracklist:
  1. Only If For A Night
  2. Shake It Out
  3. What The Water Gave Me
  4. Never Let Me Go
  5. Breaking Down
  6. Lover To Lover
  7. No Light, No Light
  8. Seven Devils
  9. Heartlines
  10. Spectrum
  11. All This Heaven Too
  12. Leave My Body
Highlights:

What The Water Gave Me, Seven Devils, Leave My Body

Unsere Bewertung:
8 von 10
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