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Interpol
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Unschärfe, unschön

Dramamine

Dramamine

Dramamine

LabelSabotage Records
VertriebX-Mist
VÖ-Datum26.2.2010

Der Opener besticht durch ein zweiminütiges Spannungsbogen-Intro, welches stampfend auf ein mitreißendes Gitarrenungetüm hoffen lässt. Was dann folgt sind zappelige und aufgewühlte Songs. Diese leiden zunächst an der etwas zu schwammig-undurchdringlich Produktion, welche diverse Details im leicht dumpf tönenden Gesamtsound untergehen zu lassen bereit ist. Unschärfen sind dabei doch etwas, dass ein kantiger, schroffer wie ungestümer Post-Hardcore nur schlecht verträgt.

Zur unbedingten Dringlichkeit, welche gerade aus der fordernden Sing- und Shout-Stimme lodert, passt diese wenig an Details interessierte Vorgehensweise. Auch, weil hier keine Zeit verschwendet wird. Doch der Dynamik der Songs und ihrer Entfaltung ist dies sehr abträglich. Selbst ein sich rasch dramatisch aufschaukelndes Stück, Ring Off, erstickt im eigenen Geschepper.

Eventuell haben aber auch die Vorbilder des Dramamine-Sounds in diese verwaschene Richtung gewiesen. Ganz klar sind die Einflüsse in der Dischord-Diskografie der späten Achtziger und frühen Neunziger zu finden. Und hier drängt sich dann auch ein zweiter Kritikpunkt auf. Denn die bedenkliche Eindimensionalität der Bezugsquellen stört dann doch. Deutlich sind Bezüge zu den Rites Of Spring, Nation Of Ulysses und den frühen Fugazi zu hören. Ist zwar eine gemeine Unterstellung, wenn diese Vorwürfe an eine noch junge Band gerichtet werden. Doch drängt sich ein solcher Eindruck eben auf, wenn sich selbst das erfrischendste Ausbrechen aus dem Gezischel und Geschrammel im Nachstellen eines Make Up-Songs materialisiert – wie in Quality Time und Ease Of Mind.

Tracklist:
  1. Ascensus
  2. Unpleasant Affairs
  3. Hitch
  4. Sleepless
  5. Dear Visitor
  6. Ring Off
  7. Quality Time
  8. Ease Of Mind
  9. Too Much
  10. Emptiness
  11. Instrumental
Highlights:

Too Much, Ascensus, Quality Time

Unsere Bewertung:
5 von 10