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The Dead Weather
Sea Of Cowards
| Label | Warner |
|---|---|
| Vertrieb | Warner |
| VÖ-Datum | 21.5.2010 |
Kein Jahr hat es gedauert, da bescheren uns The Dead Weather auch schon den Nachfolger zu ihrem Debüt Horehound. Schnellschuss ist da natürlich kein Thema. Schon die erste Platte war einer und in gewisser Hinsicht zeichnete genau das den knarzigen Bluesrock von Mosshart, White, Lawrence und Fertita aus: sie ließen sich gehen, gaben den Songs Raum, ungeachtet der Konsequenzen. Auch auf Sea Of Cowards lassen sie sich gehen. Trotzdem schlägt das Pendel dieses Mal zur anderen Seite aus.
Denn den Platz, den die Stücke einst hatten, haben sie nun nicht mehr. Die elf Songs werden in 35 Minuten durchgeprügelt und ihnen dabei der Charme entzogen. Lebte Horehound von der Luft, das das Feuer der Songs erst entfachte, stülpen The Dead Weather auf ihrer neuen Platte ein Glas aus der Spülmaschine drüber. Dabei haben sie nochmals am Lautstärkepegel gedreht und stürmen fast unentwegt nach vorne. Ein Punch mit Knockout-Power gelingt ihnen allerdings selten. The Difference Between Us mit seinem elektronischen Unterbau verleiht der Rezeptur etwas reizvolles. Die By The Drop, die erste Single, spielt die Dynamik, die White und Mosshart als direkte Gesangspartner haben könnten zumindest ansatzweise aus, während sie sonst eher um die Wette zu schreien scheinen, mal mit White, mal mit Mosshart am ersten Mikro. Meist wirken die Songs stattdessen ziellos und brechen irgendwann die Suche nach etwas vergleichbarem vorzeitig ab. Bei Looking At The Invisible Man hat man das Gefühl, die Band spiele aneinander vorbei, No Horse erscheint wie manch anderer Song dieses Albums einfach egal und überflüssig.
Diese Umstände können die erhöhte Lautstärke und Geschwindigkeit nicht wettmachen. Sea Of Cowards wirkt so über weite Strecken untot. Natürlich: ein weiterer Schnellschuss der Marke Dead Weather könnte das nächste Mal genauso gut auch wieder in die andere, die bessere Richtung ausschlagen. Aber vielleicht wird es vorher einmal Zeit für die Mitglieder, bei ihren Hauptbands vorstellig zu werden. Ein wenig Struktur könnt ihnen gut tun.
Tracklist:
- Blue Blood Blues
- Hustle And Cuss
- The Difference Between Us
- I´m Mad
- Die By The Drop
- I Can´t Hear You
- Gasoline
- No Horse
- Looking At The Invisible Man
- Jawbreaker
- Old Mary
Highlights:
The Difference Between Us, Die By The Drop

