Bigsize

Platte der Woche

Beach House
Bloom

Aktuelle Platten

Eigenwilliger Welthass

Attack On Memory

Cloud Nothings

Attack On Memory

LabelWichita/PIAS
VertriebRough Trade
VÖ-Datum3.2.2012

Die Geschichte klingt fast ein bisschen konstruiert: Eine frühreife Indie-Band nimmt zwei Alben auf, die niemandem wirklich weh tun und vollführt dann mit ihrem dritten Album eine 180-Grad-Wendung, die so etwas wie ein Grunge-Revival einläuten soll. Klingt alles nicht wirklich so, als ob dabei ein Meisterwerk herauskommen könnte. Allerdings fällt bei Attack On Memory der Clevelander Cloud Nothings tatsächlich ziemlich viel auf, was dagegen spricht.

Es ist weniger die Struktur der acht Songs, bei der auf ein fast typischens, stimmiges Intro, ein, mit seinen fast neun Minuten, auf den ersten Blick zu langer Song folgt, der alles Weitere zu überschatten scheint; auch der fast liebliche Indie-Song Fall In und das nur scheinbar uninspirierte Instrumental Separation sind nicht die Merkmale, die das neue Album von Cloud Nothings hervorstechen lassen. Es ist vielmehr dieses Ungeschliffene, das Attack On Memory umgibt, es ins Gedächtnis brennt und es zu einer der Überraschungen des Jahres machen könnte.

Wasted Days ist beispielsweise so ein Song, wie man ihn zuletzt in diesem Ausdruck von Welthass von Kurt Cobain gehört hat. Sänger und eigentlich einziger richtiger Kopf hinter Cloud Nothings, Dylan Baldi geht aber dazu über, statt einfach Musik zu wiederholen, die schon gespielt wurde, bevor er überhaupt geboren war, Elemente einzumischen, die man eben so vor 20 Jahen nicht gehört hat. Denn Wasted Days hat zwischen aggressiven, angepissten Parts einen relativ langen, fast schon Ambient-mäßigen Zwischenteil. Und auch unverzerrte Gitarren finden sich auf Attack On Memory deutlich häufiger und vor allem auch gemischt mit verzerrten Gitarren, als es auf jedem Nirvava-Album der Fall gewesen ist. Cut You, das etwas ambivalente Finale, ist wiederum astreiner Indierock.

Das alles könnte Attack On Memory zu einer der Sensationen des Jahres machen. Vorausgesetzt natürlich, die Öffentlichkeit erkennt, dass hier hinter der scheinbar simplen Maske eines schlampig durchgeführten Grunge-Revivals exakt durchdachte Stücke stecken.

 

Tracklist:
  1. No Future No Past
  2. Wasted Days
  3. Fall In
  4. Stay Useless
  5. Separation
  6. No Sentiment
  7. Our Plan
  8. Cut You
Highlights:

No Future No Past, Wasted Days, Stay Useless

Unsere Bewertung:
7 von 10
Skyscraper