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Ivory Tower

Chilly Gonzales

Ivory Tower

LabelWagram
VertriebEdel
VÖ-Datum20.8.2010

Multi-Instrumentalist, Electrofreak, Klavierkönner, Klassiknarr und Jazzer. Die Rede ist von Chilly Gonzales (nicht zu verwechseln mit José Gonzales), der in Kanada unter dem Namen Jason Beck geboren wurde. Längst hat er sich allerdings von Kanada verabschiedet, um in Europa zu wohnen und zu arbeiten. Seine Lieblingsspots: Paris und Berlin. Seine Kolaborationen: zahlreich. Feist und Jane Birkin waren darunter und die Liste ist lang, lang, lang. Mit Ivory Tower hat er sein bereits siebtes Album fertiggestellt, ein Soundtrack, der einen Film musikalisch begleitet, den er selber gedreht hat und in dem er selbstverständlich auf eine der Hauptrollen spielt.

Ja, die Zeit muss ausgefüllt werden und schlafen kann man dann, wenn man tot ist. Und so versucht er sich lieber als Retter der Musik, als "Jazz-Schachspieler" im Film in eben jenem Ivory Tower. Das versucht er auch mit der tonalen Begleitung. Eine Mischung aus warmen, realen Pianosounds, deren Polster künstlich erzeugte Beats und zwischen House und Ambient angesiedelt sind. Dem Album Ivory Tower ist deutlich anzuhören, dass es sich um einen Soundtrack handelt und die Filmmomente- und stimmungen nicht zu überlagern haben, sondern untersützend wirken sollen. Dadurch bleiben die Variationen in einem relativ engen Sound-Rahmen und nur selten werden die Tracks von Chillys Vocals unterstützt. Gonzales legt hier keinen Wert auf Drive, auf Aufsehen erregende Spielereien, sondern lenkt den Fokus auf eine klare Sprache - gern redundierend, minimal, manchmal mit einem leichten Hang zur Platzierung von gedrosselten Etüden. Beeindruckend ist vor allem die Ruhe, die große Kühle, mit der Gonzales arbeitet. Ivory Tower wirkt erhaben, keine Spur der Nervosität, keine Hektik. Selbst die für das Album ungewöhliche und an Prince erinnernde Soul-Nummer You Can Dance strahlt trotz der warmen Tanzatmosphäre eine spürbare Unnahbarkeit aus.

Trotz dieser Attribute ist Ivory Tower anmutend. Es ist fesselnd, vor allem, wenn die im Stakkato zupfenden Streicher das Klavier in Final Fantasy begleiten. Das macht Chilly Gonzales erneut brilliant und zeigt, welch interessanter Künstler er ist. Ein Tüftler, ein Allrounder.

Tracklist:
  1. Knight Moves
  2. I Am Europe
  3. Bittersuite
  4. Smothered Mate
  5. The Grudge
  6. Rococo Chanel
  7. Never Stop
  8. Pixel Paxel
  9. You Can Dance
  10. Final Fantasy
  11. Ivory Tower
Unsere Bewertung:
7 von 10
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