
Imagerie magnifique
Charlotte Gainsbourgh
IRM
| Label | Warner Music |
|---|---|
| Vertrieb | Warner Music |
| VÖ-Datum | 11.12.2009 |
Das monotone Klacken des Kernspintomographen diente als Inspiration. Das IRM, auf französisch imagerie par résonance magnétique, war die Kontrollinstanz über Charlotte Gainsbourgs Leben geworden, nachdem sie bei einem Unfall schwere Verletzungen am Kopf davontrug. Die Aufgabe der Umsetzung ihrer Inspirationen und Ideen legte sie in die Hände des Sound-Individualisten Beck Hansen, der mit Bravour die erste von vierzehn Aufgaben für dieses Album erfüllte.
Der Titeltrack ist wie ein Aufenthalt in diesem engen Tunnel, klaustrophobisch schnürt er die Kehle zu und das permanente, rhythmische Hacken und Klacken vermittelt den genauen Eindruck dieses hartnäckigen, medizinischen Werkzeugs. Und Beck wird zum ausführenden Auftragskomponisten. Seine Berufung lag nicht nur in der für ihn einfachen Aufgabe, diese karge Landschaft zu schaffen, sondern im weiteren Verlauf einen Gegenentwurf zu dem Erfolgsalbum der 38-jährigen Sängerin 5:55, das sie mit Air, Neil Hannon und Jarvis Cocker aufnahm, zu kreieren, der so verstörend wie schön klingen soll. Neben wirren perkussiven Reibereien, sollten Streicher gelegentlich die Stimme Gainsbourgs in Balladen liebkosen, sollten laute Distortions die Szenerie berauschen, zarte Bläsereinschübe besänftigen und Computersounds Psychoattacken unterstützen. Das Ergebnis der Kolaboration ist beeindruckend.
Beck zieht alle Register, um ihr diesen Teppich zu legen. Von vergleichsweise rockigen, groovigen Lo-Fi-Songs über schwebende Klangzaubereinen bis hin zu konfusen Klangkonflikten machen IRM zu einem Erlebnis, dessen Faszination stetig wächst. Die Tochter des französischen Maestro Serge Gainsbourg liebt die Gegensätze, die auch auf IRM aufeinanderprallen. Noch im vergangen Sommer sorgte sie als Schauspielerin des exzessiven Films Antichrist von Lars von Trier für Aufsehen und erheblichen Wirbel und nun ziert ihre Stimme wieder die Ohren der Hörer, die mit stoischer Kontanz ihre Süße und Intimität nie verlässt, auch wenn um dieser herum die Soundruinen einstürzen.
Und so endet das Jahr wie es begann, als sich die hochgelobten Frauen wie zum Beispiel Soap & Skin, Bat For Lashes und St. Vincent die Klinke in die Hände gaben. Den Schlusspunkt setzt Charlotte Gainsbourg am Jahresende mit einem entwaffnenden Album voll grazilem Charme und fesselnder Wandelbarkeit.
Tracklist:
- Master's Hand
- IRM
- Le Chat Du Café Des Artistes
- In The End
- Heaven Can Wait
- Me And Jane Doe
- Vanities
- Time Of The Assassins
- Trick Pony
- Greenwich Mean Time
- Dandelion
- Voyage
- La Collectionneuse
- Looking Glass Blues



