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Our Temperance Movement

Cats On Fire

Our Temperance Movement

LabelCargo
VertriebCargo
VÖ-Datum15.5.2009

Neue Lebensabschnittsgefährtenband. Sollte sich nicht partout in den Vordergrund drängeln wollen, bitte keine Angeber, am besten von Natur aus sympathisch, verlässlich in Songauswahl und –qualität, intelligent, hintergründig und mit Humor, aber mit Faible für Melancholie.

Eine Antwort kann manchmal so einfach sein. Cats On Fire zaubern mit ihrem Gitarrenindiepop zwischen The Smiths und The Shins mit Sicherheit ein Lächeln auf jedes Gesicht. Und da das irgendwann bestimmt leicht dämlich aussehende Grinsen während der zehn Songs ihres Zweitlings Our Temperance Movement einfach nicht weichen will, kann man von Glück sprechen, dass der neue Lebensabschnittsgefährte eine Band, und kein menschliches Wesen ist. Das könnt nicht lange gut gehen und die Hand des Andern hinge im eigenen Gesicht.
Diese Band hat alleine schon deshalb einen Sonderstatus, weil sie aus Finnland kommen, keine langen Haarmähnen schwingen, keinen Metal praktizieren und noch dazu Musik mit einem Wohlfühlfaktor machen, der sich niemals anbiedert, sondern in seiner Melancholie vom ersten Ton an sympathisch ist. Cats On Fire haben es nicht nötig, großmäulig daher zu kommen, wenn sie ihre Texte für sich sprechen lassen können. Diese  sind intelligent, verrennen sich nicht in tausendmal gehörten Liebesphrasen, und wenn, dann sind diese humoristisch scharf pointiert. Denn auch sie wissen: „Too much adultery just poisons your mind.“ (Letters From A Voyage To Sweden) Trotzdem scheuen Mattias Björkas, Ville Hopponen, Kenneth Höglund und Henry Ojala auch nicht vor manch subtil vorgetragenen kritischen Tönen zurück, z.B. in The Borders Of This Land. Cats On Fire sind eine Band, die einem Ratschlage gibt, die Anekdoten erzählt, eine Meinung hat, die einen auch dann mal unterstützt, wenn man sich in seiner eigenen Melancholie ersaufen möchte, getreu dem Motto: „It´s you and the Stones sharing some alcohol/ You´ll have whatever Keith has/ […] Why deny you the fun?“ (Tears In Your Cup) Our Temperance Movement ist voll schöner Popmomente, ab und an verziert mit vorsichtiger Orgel und schönem Glockenspiel. Auf Ausfälle haben die Finnen dann auch konsequenterweise und zu unserer Freude verzichtet; egal, welche Stimmung sie einfangen, egal, ob ruhig oder tanzbar (u.a. Horoscope), jeder Song sitzt und hat Luft, nein, besser, ist Luft, ist purer Sauerstoff.

Solch sympathische, intelligente und kurzweilige 39 Minuten gab es schon länger nicht zu hören. Das Schöne an Our Temperance Movement von Cats On Fire ist, dass die Platte sofort zündet, man sich Hals über Kopf in sie verliebt. Sie hat alles, was von einer neuen Lieblingsband gefordert werden könnte. Und an Langeweile oder gar Fremdgehen, wird mit Sicherheit nicht so schnell zu denken sein.

Suche abgeschlossen.

Tracklist:
  1. Horoscope
  2. Lay Down Your Arms
  3. Letters From A Voyage To Sweden
  4. Never Sell The House
  5. The Steady Pace
  6. Tears In Your Cup
  7. Garden Lights
  8. The Borders Of This Land
  9. Our Days In The Sun
  10. Fabric
Highlights:

Horoscope, Tears In Your Cup, The Borders Of This Land

Unsere Bewertung:
8 von 10