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Interpol
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Harmonie bedürftig

Broken Bells

Broken Bells

Broken Bells

LabelAR Express
VertriebSony BMG
VÖ-Datum5.3.2010

Da haben aber zwei einen Narren aneinander gefressen. Spätestens seit ihrer Kollaboration auf dem niemals veröffentlichten, aber doch überall verfügbaren und großartigen Sparklehorse/Danger Mouse/ Lynch-Projekt Dark Night Of The Soul wollten eben jener Danger Mouse aka Brian Burton und The Shins-Frontmann James Mercer erneut gemeinsame Sache machen. Für diesen Zweck wurde die Hauptband erstmal in einen Winterschlaf versetzt und schon fand sich Mercer in Burtons Wohnung wieder, in der sie zusammen lebten und nebenher ihr Debüt Broken Bells aufnahmen.

Höchst harmonisch soll dies alles gewesen sein. Mercer schrieb die Texte, Burton kümmerte sich um die Produktion und gemeinsam spielten sie alle Instrumente ein, von ein paar Streicher-Arrangements einmal abgesehen. So fern jeder Tristesse und Zankerei wünschte sich manch einer seine eigene Beziehung. Zusammen ist man weniger allein. Sie fühlen sich als Band, weshalb sie sich dann den Titel ihres Debüts als Namen gaben: Broken Bells. Soweit zur Entstehung einer Platte, an der natürlich viele Erwartungen gepinnt wurden. Und wie das mit solch überschwenglichen Haltungen oft ist: als Hörer ist man ein wenig enttäuscht nach dem Konsum der Platte. Jedoch ohne zu wissen, woran es denn überhaupt liegt.

Schließlich treffen Mercer und Burton einige Male voll ins Schwarze. The Ghost Inside brilliert mit Handclaps, einem einfach fordernden Beat, Mercer bedient sich dem Falsett, Danger Mouse lässt ein paar elektronische Spielereien einfließen. Ähnlich funktioniert dies bei Citizen und October. Mongrel Heart unternimmt gar zwischendurch eine Reise, um Ennio Morricone zu besuchen und „Hallo“ zu sagen. Der Rest der Songs ist gut, aber manchmal wartet man vergeblich auf diesen einen Einfall, diese eine Hookline, diesen einen Bruch, diesen einen süßen Refrain. Dann plätschert ein Song wie Trap Doors einfach nur gemächlich vor sich hin. Mehr als Schulterzucken ist da nicht drin.

Das ist dann doch der Harmonie ein wenig zu viel. Ein wenig mehr Ecken hätte den Broken Bells da gut getan. Streit, Wut, Betrug. Oder einfach ein schlampig erledigter Abwasch. So bleibt nach den zehn Tracks das Gefühl, als ob das noch nicht das Ende sein könnte. Als ob sie sich den perfekten Popsong bestimmt bis ganz zuletzt aufgehoben haben, um dann damit angeben zu können. Haben sie aber nicht. Zumindest nicht auf dieser Platte.

 

Tracklist:
  1. The High Road
  2. Vaporize
  3. Your Head Is On Fire
  4. The Ghost Inside
  5. Sailing To Nowhere
  6. Trap Doors
  7. Citizen
  8. October
  9. Mongrel Heart
  10. The Mall & Misery
Highlights:

The Ghost Inside, Citizen, Mongrel Heart

Unsere Bewertung:
6 von 10