
Viva Las Vegas
Brandon Flowers
Flamingo
| Label | Island |
|---|---|
| Vertrieb | Universal |
| VÖ-Datum | 3.9.2010 |
Ja, der Mann muss sein Las Vegas wirklich lieben - und den permanenten, kreativen Output. Da gönnen sich The Killers mal eine kleine Verschnaufpause und trotzdem kann ihr charismatischer Frontmann sich kaum zügeln, neues Material zu erschaffen. Eigentlich und ursprünglich für seine Band, aber die zeigte sich nach sechs Jahren doch ein wenig erschöpft. Und was macht man dann, wenn die Band-Mitglieder nicht so mitziehen wollen oder können wie man sich das selber so vorstellen würde? Richtig, dann wird eben eine Solo-Geschichte daraus.
Auf ihrem letzten Studio-Album Day And Age war es schon gut zu erkennen: Mit dem Titel Human waren The Killers auch da angekommen, wo man sie hier eigentlich nicht unbedingt sehen wollte; nämlich in den eher seichteren Gewässern der Musikwelt. Was waren denn das noch für Zeiten als sich Herr Flowers noch das Rückgrat brechen wollte, nur um an den Namen eines Mädchens zu gelangen. Mittlerweile sieht es doch minimal anders aus. Flowers, schick und verführerisch, wirkt zwar durchaus nachdenklich, letztlich aber doch weniger brennend. Das, was sein jetzt erscheinendes Solo-Debüt Flamingo bietet, hat zwar zeitweise etwas vom Bombast-Pop, den schon das große Killers Konzert in der Royal Albert Hall versprühte, und transportiert auch etwas von den (vermeintlich) großen Gefühlen, aber trotzdem spiegelt es auch etwas Verlorenes wieder. Das mag seiner Heimat-Stadt entsprechen für die das namengebende Flamingo Hotel vielleicht auch eins der vielen Synonyme ist; den Hörer irritiert es etwas.
Es ließe sich ohne weiteres davon ausgehen, dass viele der Songs auf Flamingo auch auf einem neuen Killers-Album ihren Platz gefunden hätten. Etwas Neues zu probieren, eine andere Richtung einzuschlagen oder weitere Facetten zu zeigen, das ist vielleicht nicht unbedingt Pflicht, aber doch zumindest eine Chance. Diese Herausforderung anzunehmen, das mag Brandon Flowers in Ansätzen geglückt sein, die große persönliche wie individuelle Offenbarung ist Flamingo nicht wirklich. Vielleicht kann sie es auch nicht sein, weil schon bereits so viel von Flowers selbst in The Killers steckt. Andererseits wirkt Flowers, so ganz ohne seine Mitstreiter, an manchen Stellen etwas kraftlos. Was für The Killers-Fans sicherlich eine willkommene Überbrückung bis zum nächsten regulären Band-Album ist, bleibt bei näherer Betrachtung ein Album, was durchaus seine guten Momente hat, aber in der Summe etwas in Pop-getränkter Reflexion stecken bleibt.
Tracklist:
- Welcome To Fabulous Las Vegas
- Only The Young
- Hard Enough
- Jilted Lovers & Broken Hearts
- Playing With Fire
- Was It Something I Said?
- Magdalena
- Crossfire
- On the Floor
- Swallow It



