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Numb

Blind Ego

Numb

LabelRed Farm Records
VertriebRough Trade
VÖ-Datum3.4.2009

Fleißig, fleißig, der Herr Karlheinz Wallner. Seit zwölf Jahren Gitarrist der bayerischen Progrock-Band RPWL, gründet er mal so nebenher sein Soloprojekt Blind Ego. Zwei Jahre nach dem Debüt Mirror veröffentlicht er jetzt sein zweites Album Numb. Aber er ist nicht allein: Unterstützung erhält Wallner von drei weiteren Musikern sowie Sänger Paul Wrightson. Zudem war RPWL-Kollege und -Sänger Yogi Lang, wie auch bei der Vorgängerplatte, als Produzent tätig.

Parallelen sind durchaus zu erkennen: So haben sich beide Bands dem ausschweifenden Progrock verschrieben. Während RPWL vergleichsweise ruhigere Töne anschlagen und sich an Pink Floyd oder den frühen Genesis orientieren, sind Blind Ego Freunde der härteren Klänge – die Einflüsse aus dem Metalbereich liegen auf der Hand. Nach einem wabernden Synthesizer-Intro wird die Platte mit Lost mystisch wie energiegeladen eröffnet. Sowohl die Riffs als auch die Gesangsarrangements erinnern mitunter an Queensryche. Gut gelungen in diesem Track ist der Erhalt der Spannung, was bei einem über sechs Minuten langen Song recht schwierig ist. Grundsätzlich muss man bei den Songs auf Numb viel Geduld mitbringen: Die 68 Minuten Spielzeit der Platte verteilen sich gerade mal auf elf Stücke. Solch Länge kann einem Song viele Facetten verleihen und ihn zu einem Abenteuerland machen – oder mächtig in die Hose gehen und schnell in Langeweile überschlagen. Auch Wallner hat ein Händchen für … beides. So sind Lost, Death (mit über neuneinhalb Minuten der längste Track der Platte) oder Seek gute Beispiele dafür, einen (meist langen) Progrock-Song abwechlsungsreich und interessant zu gestalten, während beispielsweise Guilt, Numb oder Change die Hälfte der Zeit ganz gut getan hätte. Positiv hervorzuheben sind wiederum Wallners Künste an der Gitarre. Er zaubert so manch herrliches Solo hervor, das für den ein oder anderen langatmigen Song entschädigt.

Summa summarum ist Numb ein solides Progrock-Album made in Bayern. Durch die Länge der einzelnen Lieder sowie den epischen Charakter des Genres ist die Scheibe allerdings nicht für jeden Geschmack bzw. jede Situation geeignet und schreit geradezu nach einer intensiven Auseinandersetzung. Mal einfach so nebenher zum Bügeln laufen lassen, ist nicht. Wen das nicht abschreckt, der wird auf Numb jede Menge entdecken und kann sich von Wallner & Co. in andere Sphären entführen lassen.

Tracklist:
  1. Lost
  2. Guilt
  3. Numb
  4. Leave
  5. Death
  6. Change
  7. Seek
  8. Rise
  9. Torn
  10. Vow
  11. Change Reprise
Highlights:

Lost, Death, Seek, Torn

Unsere Bewertung:
6 von 10
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