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Die Drohung

Judged By Twelve, Carried By Six

Blessure Grave

Judged By Twelve, Carried By Six

LabelAlien8 Recordings
VertriebCargo Records
VÖ-Datum26.2.2010

Von der auf beklemmende Klassik getrimmten Einleitung bis zu den letzten Tönen des Bonustracks City Light setzen Blessure Grave auf Verdunkelung und Untergang. Die Katastrophe wird allerdings nicht heraufbeschworen, sondern ist längst eingetreten. Weniger also klagt die Musik von Verlorenheit. Vielmehr sitzt sie mitten im Unbehagen des kalten und hässlichen Zombielands. Muss das Gruselige miterleben. Oder eben über sich ergehen lassen. Suizidale Tendenzen sind daher zweifelsfrei auszumachen unter den letzten Bestrebungen. Spätestens die Erweiterung der CD-Ausgabe des Blessure Grave-Debüts, um vier Stücke der Learn To Love The Rope-EP, erwägen das selbst-bestimmte Verschwinden.

Der Horror greift dauerhaft ein, umschließt die Kehlen der Musizierenden und versperrt ihnen die Sicht auf fernes Licht. Verrottende Kreaturen, Gestank, dichter Nebel, sonst ist nichts und niemand mehr auszumachen. Das langsame und qualvolle Sterben aller Schönheit zelebrieren deswegen fordernde Songs, deren Kraft bisweilen in einem letzten, mühevollen und schmerzenden Atemzug enden. Wichtig ist der hämmernde Gruft-Groove, der monoton schrammende Bass, einiges Synth-Brummeln, zerbrechliche Gitarrenlinien und der voll tönende Gesang. Ja, Joy Division sind grundsätzlich ganz nah - neben Bezugnahme auf Goth-Disco-Classics.

Bis in die Arrangements und Klangkonstellationen gleicht Blessure Grave dem großen britischen Vorbild konsequenter Untergangsstimmung-Stilisierung – die das Album ergänzenden Stücke hingegen weisen mehr in die Richtung der Sisters Of Mercy und Bauhaus. Somit ist es erlaubt die Gruppe als Zeitzeugen einer schrecklichen Epoche wahrzunehmen: das erschütternde Jetzt. Ebenso steht es frei, ganz nach Belieben, nachträglich in die perfekt reproduzierte Endzeitstimmung der späten Siebziger und frühen Achtziger mit ihnen einzudringen. Denn deren düstere Rockvisionen, ungeschönt und eindringlich interpretiert, lediglich etwas folkloristisch unterfüttert, sind die alleinige Quelle des gesamten Handelns von Blessure Grave. Ein zweifelhaftes Wiederkehr-Vergnügen beschert der Unmut von Judged By Twelve, Carried By Six.

Tracklist:
  1. Intro
  2. The Cycle
  3. A Thousand Drums
  4. Stop Breathing
  5. Open Or Shut
  6. In The First Place
  7. Changes In The Darkness
  8. Resting Place For Two
  9. In My Mind
  10. Hope For The Worst
  11. Echo
  12. Feeding The Silence
  13. Learn To Love The Rope (Bonus Tracks)
  14. Mirror (Bonus Tracks)
  15. Hindsight (Bonus Tracks)
  16. City Lights (Bonus Tracks)
Highlights:

In My Mind, The Cycle, City Lights

Unsere Bewertung:
6 von 10