Bigsize

Platte der Woche

Beach House
Bloom

Aktuelle Platten

Auf Achse

El Camino

The Black Keys

El Camino

LabelNonesuch
VertriebWarner
VÖ-Datum2.12.2011

Mit ihrem alten Dodge Caravan sind The Black Keys nun in Nashville/Tennesee gelandet, mitten in der viel besungenen Hochburg des Country. Der Weg führte sie einfach dort hin. Oder war es der Produzent Danger Mouse, der erneut als heimliches drittes Mitglied der Band die Regler bediente? Oder das Schicksal? Das wiederum meinte es im vergangenen Jahr mehr als gut mit Dan Auerbach und Patrick Carney, die plötzlich mit einem Grammy für ihr Werk Brothers in den Händen vom Kultstatuts in den Megasellerstatus avancierten.

Nun sind The Black Keys bei dem Major-Label Warner gelandet. Doch die beiden Akteure lassen sich von dem noch frischen Aufmerksamkeitsoverload wenig anstecken. Nun wird der Blues und ihr eigensinniger Soul erweitert und mehr 70s-, Rock'n'Roll- und Glamrock-Anleihen berücksichtigt und mit einem Garagensound vermengt, doch eine allzu glatte Produktion widerstrebt ihnen weiterhin. The Black Keys bleiben unverkennbar The Black Keys - der Blues-Rock bleibt die Hauptkomponente. Und die entwickelt Hits. Die Vorab-Single Lonely Boy und das dazugehörige Video wurden aufgrund der Eingängigkeit und der einfachen Möglichkeit zur Nachahmung für User der einschlägigen Videokanäle im Internet genutzt, um ein nahezu viraler Selbstläufer in punkto Vermarktung zu werden. Die Fassaden der Songs bröckeln nach und nach auf. Sind diese freigelegt, offenbaren sie sukzessive die Qualitäten El Caminos, das mit neuen Kleinoden der Black Keys gespickt ist. Wenn der Chor Dead And Gone zum Höhepunkt treibt, sich Little Black Submarine die Dynamik bei Led Zeppelin leiht, Sister den stampfenden und geradlinigen Poserrock fabriziert, Run Right Back der Hookline fröhnt oder Hell Of A Season leichte Reggae-Verweise nutzt, dann wird deutlich, dass The Black Keys erneut ein fantastisches Händchen für das Songwriting bewiesen haben.

Dabei machen es The Black Keys am Anfang weniger einfach, als es die Songs vermuten lassen. Doch ist das Eis zwischen Hörer und El Camino gebrochen, darf sich auch die siebte Veröffentlichung von Dan Auerbach und Patrick Carney gleichberechtigt in die Diskografie einreihen. Die Voraussetzung ist lediglich die Fähigkeit, die reduzierte Kautzigkeit im Klang zu akzeptieren.

Tracklist:
  1. Lonely Boy
  2. Dead And Gone
  3. Gold On The Ceiling
  4. Little Black Submarines
  5. Money Maker
  6. Run Right Back
  7. Sister
  8. Hell Of A Season
  9. Stop Stop
  10. Nova Baby
  11. Mind Eraser
Highlights:

Lonely Boy, Dead And Gone, Little Black Submarines

Unsere Bewertung:
8 von 10
Skyscraper