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Interpol
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Brothers

The Black Keys

Brothers

LabelV2 / Cooperative Music
VertriebUniversal
VÖ-Datum21.5.2010

Traditionsbewußt, doch grenzüberschreitend, das waren The Black Keys schon immer. Doch spätestens seit ihrem 2008 erschienenen Attack & Release gewann das Duo eine neue Qualität. Produzent Danger Mouse schien damals der Richtige zu sein, um die Band ihren Bluesgrenzen erste Risse im Fundament zu verpassen und durch sie hindurch in Richtung Soul zu schielen, ohne für Einsturzgefahr zu sorgen. Dan Auerbachs Soloalbum im letzten Jahr wandte sich wie im Trotz gegen Neuerungen, sondern erforschte traditionellen, amerikanischen Blues; den Soul im Hinterkopf. Und schließlich ließen sie sich mit Produzent Damon Dash auf Blakroc ein, ein Projekt, bei dem sie HipHop zu seinen Wurzeln zurückführten. Ihr sechstes Studioalbum Brothers ist die logische Konsequenz dieser Entwicklungen.

Dabei hören The Black Keys sich nachwievor nach Garage an. Einer Garage mit einem Anbau in Länge, Höhe wie Tiefe. Brothers enstand zum Teil im Muscle Shoals Sound Studio in Alabama; dort, wo bereits Aretha Franklin oder Wilson Pickett ein und aus gegangen sind. Solche Inspirationen sind Songs wie The Only One, Too Afraid To Love You oder Never Gonna Give You Up deutlich anzuhören. Auerbach und Carney entspannen und lassen sich fallen in ihre Musik, übergeben ihren Seelen das Wort. Abgehangene Beats, eine Gitarre, die den Gesang Auerbachs geleitet (das coole Ten Cent Pistol, eine Rachegeschichte), der von Album zu Album effektiver zu werden scheint und dem nicht nur sein Bart steht, sondern auch weiblicher Background-Gesang (Sinister Kid).

Im ersten Teil von Brothers überführen sie den Hörer zunächst langsam in die neue Black Keys Wohnwelt. Der Beat von Everlasting Light zielt genau auf den richtigen Punkt. Next Girl ringt einem dank des gewitzen Textes so manches schuldige Lächeln ab („Oh my next girl / Will be nothing like my ex-girl /I made mistakes back then / I´ll never do it again“). Die erste Single Tighten Up, von Danger Mouse produziert, ist der kompakteste Song des Albums mit unwiderstehlichen Pfeifen und einem ebenso unwiderstehlichen wie verspielten Riff.

Die Entwicklung der Black Keys ist bis zum letzten der 15 Songs logisch wie nachvollziehbar. Brothers hat trotz seiner Länge einen guten Drive und hält diesen aufrecht. Sie nehmen den Hörer bei der Hand und lassen sich dabei in ihre zerrissene Seele schauen. Auf folgende Projekte darf man jedenfalls sehr gespannt sein.

 

Tracklist:
  1. Everlasting Light
  2. Next Girl
  3. Tighten Up
  4. Howlin´ For You
  5. She´s Long Gone
  6. Black Mud
  7. The Only One
  8. Too Afraid To Love You
  9. Ten Cent Pistol
  10. Sinister Kid
  11. Go Getter
  12. I´m Not The One
  13. Unknown Brother
  14. Never Gonna Give You Up
  15. These Days
Highlights:

Tighten Up, Never Gonna Give You Up, Too Afraid To Love You, Ten Cent Pistol

Unsere Bewertung:
8 von 10