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Von Nebeln und Schwaden

Are The Roarong Night

The Besnard Lakes

Are The Roarong Night

LabelJagjaguwar
VertriebCargo Records
VÖ-Datum12.3.2010

Inmitten dichter Gitarrenschwaden, welche zischelnd und freundlich rauschend, nahezu stetig schimmernd, die Midtempo-Lieder umspannen, erblühen den kanadischen Besnard Lakes schöne Psychedelic-Kompositionen. Diese sind weder zu sehr den alten drogenbenebelten Tagen verhaftet, können indes ebenfalls auch auf nervige Neuverwurstungstools oder State-Of-The-Art-Gegenwartsbezüge weitestgehend verzichten.

Denn prinzipielle Ziel- und Zeitlosigkeit sind es, welche dem Klangkollektiv um das Ehepaar Jace Lasek und Olga Goreas Tür und Tor, eventuell gar Himmelpforten öffnet. Und diese leicht bedröhnte Unentschiedenheit lässt feine Melodien knospen, träge oder rockistisch unterfütterte Rockismen ebenso. Orchestral und durchaus veranlagt oder schlicht und reduziert instrumentiert, erwächst dem Ensemble mit jedem weiteren Songaufgang ein milde stimmendes Tongeschöpf.

Zwar ziehen sich die Musizierenden gerne auch auf das nebulöse und mysteriöse Gewaber zurück, daraus jedoch, aus den meditativen Momenten, entwickeln The Besnard Lakes wenigstens einige ergreifende Passagen. Manche Songs packen weniger, dies mag auch ihrer Introvertiertheit und Orientierungsschwierigkeiten geschuldet sein. Zumindest das ermüdende Verharren im Klangkosmischen wendet die Gruppe immer wieder ab. Diese Prozesse verlaufen indes fast unmerklich, etwa in einer verworrenen Ballade – wie Light Up The Night oder dem Closer The Lonely Moan.

Wie eine Soundskulptur beschaffen sein kann, dies verstehen The Besnard Lakes. Doch ihr Musizieren geht darüber hinaus. Der Song gelingt immer wieder. Wie von Geisterhand gelenkt. Doch mit Zufällen oder Übersinnlichem hat dies wenig zu tun. Das Ensemble versteht es vielmehr, obwohl sie für verspulte Slackertypen gehalten werden können, die eigenen Mittel umsichtig in Form zu bringen. Und aus dem Verschleierten, den leisen Wellen geschmeidiger Klangteppiche und des unterschwelligen Gitarrenschrubbens, einen wohlige Schauer erzeugenden Mitsingrefrain zu heben, macht letzteren eben doch unwiderstehlich.

Bleibt das abschließende Fazit: Westcoast-Psychedelic trifft mit den Besnard Lakes auf die Klangfarbenpalette von My Bloody Valentine; dies zugunsten eines Akustikerlebnisses, welches viele schöne Songs offenbart.

Tracklist:
  1. Like The Ocean, Like The Innocent Pt. 1: The Ocean
  2. Like The Ocean, Like The Innocent Pt. 2: The Innocent
  3. Chicago Train
  4. Albatross
  5. Glass Printer
  6. Land Of Living Skies Pt.1: The Land
  7. Land Of Living Skies Pt. 2: The Living Skies
  8. And This Is What We Call Progress
  9. Light Up The Night
  10. The Lonely Moan
Highlights:

Land Of Living Skies Pt. 2: The Living Skies , Light Up The Night , Glass Printer

Unsere Bewertung:
7 von 10