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Massa Hypnos

Awesome Color

Massa Hypnos

LabelEcstatic Peace
VertriebCargo
VÖ-Datum14.5.2010

Wieder so eine Band, die von aktuellen Trends, zu viel Technik und anderen Meinungen nichts zu halten scheint. Wieder so eine Band, die ihr Seelenheil in der Vergangenheit sucht. Awesome Color scheren sich um nichts als um ihre Musik, in diesem Falle um ihr drittes Album Massa Hypnos, das zumindest anfangs seinem Titel mehr als gerecht wird.

Vermutlich ist das Taktik, was bei den ersten beiden Songs des Trios aus Detroit passiert. Derek Stanton (Gitarre und Gesang), Michael Troutman (Bass) und Allison Busch (Drums) rocken sich erst einmal behäbig durch Transparent und Flying. Ersteres darf ruhig unter Garagepunkbluesrock abgespeichert werden, bei letzterem wird Blues einfach wieder subtrahiert. Gerade Transparent kennzeichnet ein stoisches Riff, welches sich weder zeitlich noch räumlich bewegen möchte. Flying schwächt dieses zwar etwas ab, trotzdem vergessen Awesome Color, vermutlich mit voller Absicht, hier irgendwie Dynamik reinzubringen. Danach ist man als Hörer jedenfalls etwas dösig, man könnte auch sagen hypnotisiert, um beim Albumtitel zu bleiben und malt sich in Gedanken schon aus, The Stooges, Black Sabbath oder MC5 aus dem Regal zu fischen.

Erst jetzt, wo die eigene Abwehr auf Standby ist, fahren Awesome Color die schweren Geschütze auf. In Oaxaca rollen sich Beat und Riff bedrohlich vorwärts und mexikanischer Staub verfängt sich in der Gitarre, die einmal den Weg ins All und zurück wagt. Erinnerungen an den schweren Bluesrock Madrugadas werden wach. White Cloud und Vision führen das Wort „Dynamik“ endlich endgültig in das Vokabular von Massa Hypnos ein. In Zombie wird das Tempo wieder gedrosselt, um dem warmen Gitarrenlauf nicht zu sehr zu verwischen. Zu diesem Zeitpunkt kämpfen Awesome Color nicht mehr gegen den Zeitgeist an, weil ihre Musik in diesen Songs zeitlos gut ist.

Auch wenn die letzten beiden Songs nicht mehr ganz dieses Niveau halten können erwacht der Hörer aus der Massa Hypnos doch zufrieden und die anfänglichen Zweifel, warum zum Teufel Sonic Youths Thurston Moore Awesome Color nur auf sein Label geholt hat, sind Vergangenheit. Vergangenheit, in der die Band ihr Seelenheil gefunden hat, dieses aber sicherlich noch besser pflegen könnte.

 

Tracklist:
  1. Transparent
  2. Flying
  3. Oaxaca
  4. White Cloud
  5. Vision
  6. Zombie
  7. Slaughterhouse
  8. IOU
Highlights:

Oaxaca, White Cloud, Vision

Unsere Bewertung:
6 von 10
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