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Matador

Arms And Sleepers

Matador

LabelExpect Candy
VertriebCargo Records
VÖ-Datum27.11.2009

Eine Diskussion, ob der, der tötet, auch zwangsweise ein Mörder sein muss, werden Arms And Sleepers mit ihrem neuen Album wahrscheinlich nicht auslösen, auch wenn der Album-Titel dafür bestens geeignet wäre. Ob ein Stierkampf eher grausames Spektakel oder doch mehr eine Kunstform darstellt sei dahingestellt  - was bleibt, ist ein stilisierter Kampf mit letztendlich eindeutigem Ausgang, bei dem nur der Verlauf variiert.

Wie das nun bei Max Lewis und Mirza Ramic aussieht, die sich hinter der amerikanischen Electronic-Duo-Mischung aus Boston und Portland verbergen, ist noch nicht nach außen gedrungen. Ihrer eigenen Kunstform haben sie jedenfalls auf Albumlänge mit Black Paris 86 vor zwei Jahren Ausdruck verliehen, der sie nun, als wenig rotes Tuch, eine weitere Facette hinzufügen wollen.

Dass noise-hafte Texturen sich mit musikalischen Themen verweben, ist nicht neu - auch nicht bei Arms And Sleepers. Was aber doch ein wenig anders ist, wie hier zwischen Ambient- und Chill Out-Anleihen dem Piano-Sound ebenso wie den Vocals trotzdem eine gewisse Dominanz verliehen wird und mehr im Vordergrund rücken als noch auf Black Paris 86. Zeitweise verwundert es nicht, dass Matador auf dem Expect Candy-Label erschienen ist. Der Erwartungshaltung an Süßes werden die beiden Amerikaner durchaus gerecht. Aber eher im nobleren Sinne: Sie sind ein wenig wie Zartbitter-Schokolade mit Ingwer-Geschmack. Unvertraut vertraut.

Jedenfalls bleiben Arms And Sleepers weit entfernt vom belanglosen Genuss und süß plätschernder Berieselung. Einige Tracks würden sich sicher auch gut in der "SpaceNight" des Bayrischen Rundfunks aufgehoben fühlen, aber die subtile Würze erhält Matador erst durch seine verschiedenen Gastsänger. Und so wie das Flugzeug auf dem Cover aus verschiedenen Perspektiven abgelichtet erscheint, so lichten Arms And Sleepers die unterschiedlichen Perspektiven einer weiten Soundlandschaft ab, die mehr noch als früher auch mit akustischen Instrumenten spielt. Für Arms And Sleepers heißt das dann im Endeffekt, dass der, der sich auch auf die ruhigeren Töne konzentriert, nicht unbedingt Fahrstuhlmusikant ist - und es auch zur Kunstform erheben kann. Stilisiert vielleicht - aber ohne Kampf.

Tracklist:
  1. Orly
  2. Matador
  3. The Architect
  4. Twentynine Palms
  5. Helvetica
  6. The International
  7. Simone
  8. Kino
  9. Words Are For Sleeping
  10. The Paramour
  11. L-Orrizon
Unsere Bewertung:
7 von 10