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Arcade Fire
The Suburbs
| Label | City Slang |
|---|---|
| Vertrieb | Universal |
| VÖ-Datum | 30.7.2010 |
Alle Planungen mussten über Board geworfen werden. Eine kleine Lücke tat sich unbemerkt auf und schon kreiste das Album vor anvisiertem Veröffentlichungstermin durch die scheinbar leicht bezwingbaren Grenzen zum World Wide Web. Ein Grauen für das Label, für das Management und vor allem für die Band. Das Uploaden eines heiß begehrten Albums wird zur neuen Sportart und die Siegermedaille baumelt rostig. Die aktuelle Disziplin: The Suburbs von Arcade Fire. Jenes dritte Album der Kanadier, auf das Liebhaber seit langer Zeit sehnsüchtig warten. Und Arcade Fire sind längst Stars - seit ihrem Debüt Funeral, spätestens seit der Festung Neon Bible.
Und so wird die Moderne zum zweimaligen Rivalen des Konzeptes, denn ihr neues Album ist eine Reise in die Vergangenheit, in die kleinen Vorstädte von Win Butlers Jugend in The Woodlands (Houston, Texas), zum Anblick einer nun städtisch verbauten Realität, die eine Auseinandersetzung scheinbar unumgänglich machte. Sänger und Frontmann Win Butler erhob dies zum roten Faden von The Suburbs, beginnt mit der Quintessenz und der daraus resultierenden Fürsprache zur Flucht: "In the suburbs I learned to drive and you told me we'd never survive. Grab your mother's keys, we're leaving!" Trotz aller hintergründigen Lyrics und Behaglichkeit ist der Titeltrack ein Ohrwurm, dem das folgende Ready To Start in nichts nachsteht. Es sind eine der wenigen Songs, die sich sofort im Ohr festsetzen können.
Arcade Fire zelebrieren ihre eigene Art des Pop und es scheint, als reihten sie Verweise an die Farbenpracht der Pop-Musik im weitesten Sinn. Modern Man klingt nach alter Schule der Songwriter-Meister Travelling Wilburys, City With No Children nach Storytelling-Manier eines Bruce Springsteen, Month Of May beschwört den Stoner Rock und Sprawl II (Mountains Beyond Mountains) ist der mit Abstand untypischste Arcade Fire-Track, dessen Synthie- und Computersounds diesen zu einem 80s-beeinflussten Electronic-Song werden lassen und verstärkt durch Regines Gesang nach ihrer Version von The Knife klingen. Nur ein Beweis für den Mut, sich gegen die Erwartungen an einen Nachfolger von Funeral und Neon Bible zu stellen und sich davon loszulösen. Die Melancholie ist jedoch geblieben, welches nicht nur der charismatischen Stimme des Win Butler geschuldet ist.
Die großen Gesten von Arcade Fire sind auf The Suburbs verstärkt in den Hintergrund gerückt. Das Orchestrale der Vorgänger ist einem vergleichsweise minimalistischem Arrangieren gewichen. Das hat lediglich negative Auswirkungen auf die Nichterfüllung erhoffter Prognosen und nicht auf die weitere Herausbildung ihrer Ausnahmestellung. Sie machen es dem Hörer und Kenner ihrer bisherigen Songs nicht leicht, doch nach und nach muss auch der Skeptiker erkennen, dass The Suburbs den Vorgängern in nichts nachsteht.
Tracklist:
- The Suburbs
- Ready To Start
- Modern Man
- Rococo
- Empty Room
- City With No Children
- Half Light I
- Half Light II (No Celebration)
- Suburban War
- Month Of May
- Wasted Hours
- Deep Blue
- We Used To Wait
- Sprawl (Flatland)
- Sprawl II (Mountains Beyond Mountains)
- The Suburbs (continued)



