
Künstlicher Sturmvogel
Aaron
Birds In The Storm
| Label | Cinq7 |
|---|---|
| Vertrieb | Edel |
| VÖ-Datum | 27.1.2012 |
Es ist tatsächlich schon fünf Jahre her, dass das französische Pop-Duo Aaron seinen musikalischen Durchbruch mit ihrem selbstbetiteltem Debüt-Album feiern konnte. So richtig viel mitbekommen - wenigstens auf breiter Ebene - hat man davon hierzulande nicht unbedingt, auch wenn Aaron gegenwärtig zu den erfolgreichsten französischen Bands zählen. Noch weniger ist allerdings wahrgenommen worden, dass die beiden Köpfe hinter Aaron, Simon Buret und Olivier Coursier, bereits vor gut 15 Monaten ihren Nachfolger im Heimatland hinterher geschoben haben.
Während die Band ambitioniert - und auch erfolgreich, wie durch viele Fotos auf der Webseite der Band ebenfalls dokumentiert ist - durch die Weltgeschichte als Quintett tourt, kommt nun also auch die deutsche Hörerschar in den Genuss des zweiten Albums mit dem Titel Birds In The Storm. Der scheint schonmal zumindest folgerichtig zu sein, denn Aaron ist, wir rufen es noch einmal kurz in Erinnerung, das Akronym - oder eigentlich das Apronym - für Artificial Animals Riding On Neverland und spielt auf den Zufluchtsort Peter Pans an. Für den nicht erwachsen werden wollenden Peter Pan hatte ja auch Michael Jackson einen Faible; für ihn war dieser aber auch Teil eines Neu-Schaffens einer letztlich verpassten Jugend. Dass Aaron ihre Jugend verpasst haben und etwas nachzuholen gedenken, dafür klingen sie dann doch zu reif, zu reflektiert. Eindeutig einordnen lassen sich die Franzosen aber nicht so leicht.
Zwischen elektronischen Spielereien oder besser Fragmenten und etwas, was man eher als traditionelles Songwriting bezeichnen würde, hat die Band immer auch etwas Minimalistisches und Intimes, das den Halt in Simon Burets durchaus ausdrucksstarker Stimme findet, mit der er nicht selten zu fesseln vermag und der man die schauspielerische Exaltiertheit an der ein oder anderen Stelle verzeiht. Der Spagat zwischen puristischer Gitarrenbegleitung und Anleihen des Noise-Pop, den man auf Birds in the Storm findet, misslingt nicht - zur Kunst erhoben ist er damit allerdings auch nicht gleichzeitig. Es ist ein Spagat, dem auf Länge eines Albums doch etwas an Spannung zu fehlen scheint, zumindest soviel, dass man noch Zeit findet, darüber nachzudenken, ob Tinker Bell als ein Artificial Animal durchgehen würde.
Tracklist:
- Ludlow L
- Rise
- Seeds Of Gold
- Waiting For The Wind To Come
- Inner Streets
- Song For Ever
- Arm Your Eves
- Birds In The Storm
- The Lame Souls
- A Thousand Wars
- Passengers
- Embers
Highlights:
Birds In The Storm



