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Collisions And Castaways

36 Crazyfists

Collisions And Castaways

LabelRoadrunner
VertriebWarner
VÖ-Datum23.7.2010

Man muss ja immer etwas vorsichtig sein, wenn eine Band schon selbst behauptet, nun das härteste Album eingespielt zu haben, das sie jemals herausbringen werden. Eine solche Aussage klingt immer etwas nach großem Buhlen, um neue Hörerschichten zu erreichen und letztendlich auch so, als wäre die Band vielleicht etwas zu sehr von sich selbst überzeugt. Nicht selten waren solche Ankündigungen eher als Marketing-Gag anzusehen und die dahinter steckenden Alben eher enttäuschend. Bei 36 Crazyfists ist man deshalb naturgemäß skeptisch, wenn diese Collisions And Castaways zu ihrem härtesten Album ausrufen.

In The Midnights, der Opener, lässt auch noch offen, ob die Skepsis berechtigt ist und ob hier nur ein weiteres, ganz gut produziertes und deshalb druckvolles Metalcore-Album vorliegt. Aber schon hier ist klar, dass zumindest das Songwriting stimmt und der erste Ohrwurm direkt nach Start der CD ertönt. Nach und nach lichten sich dann auch die Zweifel, ob hier mal wieder nur Worte, aber keine Taten zu hören sind. Und das passiert nicht einmal, weil 36 Crazyfists etwas neu erfinden würden. Härtere Alben haben zum Beispiel schon Converge aufgenommen und dieselbe Mischung aus brutalem Geshoute und melodischen Refrains kennt man auch von Poison The Well und Konsorten. Selbst Alexisonfire will als Pate für die erste Single Reviver herauszuhören sein.

Aber, was Collisions And Castaways zu einem Album macht, das aus der Masse herausragt, ist seine Vielseitigkeit. Die Band aus Alaska schafft es, anspruchsvolle Metal-Passagen so mit melodischen Parts zu vermischen, dass von jedem Song auf's Neue eine Überraschung ausgeht und sich schnell, trotz der zahlreichen Sound-Mauern, mit diesem Album ein Vertrauen aufbaut. Da glaubt man auch Sänger Brock Lindow sofort, dass dieses Album auch für ihn persönlich eine wichtige Angelegenheit war und er seine Erfahrungen in den Songs verarbeitet.

Zudem ist ganz klar zu sagen: Wer es 2010 noch schafft, mit den Mitteln des Metalcore so zu begeistern, muss tatsächlich ein außergewöhnlich gutes Album abgeliefert haben. Und dabei ist es fast schon egal, ob dieses fünfte 36 Crazyfists Album nun wirklich ihr härtestes ist, ihr bestes ist es allemal.

Tracklist:
  1. In The Midnights
  2. Whitewater
  3. Mercy And Grace
  4. Death Renames The Light
  5. Anchors
  6. Long Road To The Late Nights
  7. Trenches
  8. Reviver
  9. Caving In Spirals
  10. The Deserter
  11. Waterhaul II
Highlights:

Death Renames The Light, Anchors, Reviver, The Deserter

Unsere Bewertung:
8 von 10
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