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Does It Offend You, Yeah? (3.5.2011)

Im Vorfeld ihrer neuen Platte haben Does It Offend You, Yeah? ordentlich den Hammer geschwungen. Besonders die Majors bekamen nach ihrem Gastspiel bei der EMI ordentlich ihr Fett weg. Und so kam Don't Say We Didn't Warm You auch als erhobener Mittelfinger daher. Gegen die Industrie, gegen Genregrenzen, für künstlerische Freiheit. Jetzt, nach der Veröffentlichung des Albums scheinen die Aggressionen raus zu sein. Zumindest gibt sich Dan Coop, der Mann am Synthesizer, als lockerer Gesprächspartner, als wir mit ihm über die Platte, die Industrie und explodierende Mikrowellen redeten.

AN.de: Ganz spontan: Wem würdest du jetzt in diesem Moment gerne deinen Mittelfinger entgegenstrecken?

Dan: Naja, ich bin grad erst in meiner Schlafkoje im Tourbus aufgewacht und ich muss sagen: Ich fühle da keine große Enttäuschung oder Wut gegen irgendwas. Die Leute, die diese Tourbusse designen wissen echt was sie tun. Ihnen kann ich schonmal nichts vorwerfen.

AN.de: Ihr habt offensichtlich ein großes Problem damit, wie die Musikindustrie im Moment funktioniert, ganz besonders die Arbeitsweise der Majors. Was läuft da schief?

Dan: Ich mag es einfach nicht wie sie versuchen, Bands zu verändern. Ich verstehe diesen Ansatz im Popbereich, aber wie sie ernsthaft glauben können: Wir nehmen jetzt eine Alternative Band aus Reading unter Vertrag und graben unsere Klauen einfach so tief in sie hinein, so dass sie am Ende die Musik schreiben, die sie eigentlich gar nicht schreiben wollen...

AN.de: Abgesehen davon: Wie hat euch die Industrie bislang behandelt?

Dan: Okay, aber immer an der Grenze. Das meiste Geld verdienen wir aus den Ticketverkäufen und vom Merchandise. Zum Glück haben wir tolle Fans, die auch mal ein bisschen reisen, um uns spielen zu sehen. Wir sind nunmal keine Band für den Mainstream, also müssen wir zusehen, dass die Band zumindest ein bisschen was abwirft.

AN.de: Welche Songs auf dem neuen Album fassen diese Erfahrungen am besten zusammen?

Dan: Vom technischen Ansatz ist Yeah mein Liebling. Wir haben erst einmal alles im Studio auf Tape aufgenommen und dann komplett in winzige Teilchen zerstückelt, bevor wir Stunden damit verbrachten, alles wieder zusammen zu setzen. Als besten “Song” im ursprünglichen Sinne würde ich Pull Out My Insides bezeichnen. Ein sehr poppiger Track, der aber auch ordentlich Eier in der Hose hat.

AN.de: Ist deine Wut irgendwann auch mal körperlich geworden, hast du dich zum als Kind öfters geprügelt?

Dan: Ich glaube niemand kann von sich behaupten, niemals in die eine oder andere Keilerei geraten zu sein, als man jung war. Auch ich hatte meine Kämpfe, Siege und Niederlagen halten sich da die Waage. Eigentlich geht es dabei aber doch nur darum zu lernen, dass körperliche Gewalt die Dinge nicht wirklich besser macht.

AN.de: Was ist dein Entspannungsrezept?

Dan: Ein heißes Bad, ein Flasche Wein und vielleicht ein Joint und ein Science-Fiction-Film.

AN.de: Wie und wo fandet ihr die Samples für die neuen Songs? Ich hab da was über eine explodierende Mikrowelle gelesen...

Dan: Wir haben den Gesang in der Küche meines Vaters aufgenommen und hatten den Computer aus irgendwelchen Gründen immer weiter aufnehmen lassen. James wollte sich dann was zu Essen in der Mirkrowelle aufwärmen - und die ist einfach explodiert! Also haben wir den Knall einfach behalten und mit aufs Album gepackt.

AN.de: Die Struktur der Songs ist ziemlich komplex, ihr türmt viele Schichten übereinander. Wann wisst ihr: “Das ist es! Das ist der Song! Er ist fertig!”

Dan: Niemals. Wir sind berüchtigt dafür, Monate an den Tracks zu arbeiten. Das letzte Album hat uns drei Jahre gekostet. Unser Management muss uns die Songs förmlich abringen.

AN.de: Mit Genregrenzen habt ihr es nicht so. Es scheint keine zu geben, die ihr nicht zum Einsturz bringen könntet. Glaubt ihr, dass das nächste DIOYY Album auch nur ansatzweise so klingen wird wie Don't Say We Didn't Warn You?

Dan: Das kann ich jetzt wirklich noch nicht beantworten. Wir warten jetzt erstmal ab, wie die Dinge nach der Tour aussehen.

AN.de: Ihr habt schon einige Remixe für andere Bands angefertigt. Ist im Moment irgendwas da draußen, wo ihr gerne Hand anlegen würdet?

Dan: Viele der neueren Remixe wurden von unserem Drummer Rob angefertigt, weil wir anderen uns zu sehr auf das neue Album konzentriert haben. Für Remixe würde mir da spontan nichts einfallen, aber wir würden gerne mal mit anderen Bands zusammen arbeiten. Muse wären cool, oder die Yeah Yeah Yeahs oder Sleigh Bells.

AN.de: Was plant ihr als nächstes?

Dan: Vielleicht beginnen wir die Arbeit an einem neuen Album...

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